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Aktuelle Ausgabe

Praxistipp 02/2013

Kein Jahr mehr bis zur Pfarrgemeinderats-Wahl
Eine gelungene Auswertung erleichtert die Übergabe

Von Richard Ulrich
Geschäftsführer des Diözesanrates Eichstätt

Viele Pfarrgemeinderäte tun es und machen gute Erfahrungen damit: ein kurzer Rückblick auf die gerade beendete Sitzung, eine kleine Auswertung der durchgeführten Aktion. Solche regelmäßigen Rück- meldungen können eine gute Zusammenarbeit ermöglichen und fördern. Die Mitglieder nehmen sich Zeit, einander mitzuteilen, wie sie Arbeit und Verhalten der anderen erleben. Man weiß mehr von einander, eigene Eindrücke werden mitgeteilt und damit manche Spannung und Resignation vermieden. Ein regelmäßiger Austausch hilft einfach, die unterschiedlichen Erfahrungen zu besprechen und zu verarbeiten.

Neben diesen regelmäßigen Gelegenheiten am Ende einer Sitzung oder zum Abschluss einer Aktion sind natürlich der Anfang, eventuell die Halbzeit und besonders das Ende einer Wahlperiode des Pfarrgemeinderats Anlässe, sich grundsätzliche Gedanken zu machen.

Eine Auswertung am Ende der Amtsperiode erlaubt es, kurz innezuhalten und den Blick zu richten auf grundsätzliche Fragen, die im Alltagsgeschehen häufig zu kurz kommen. Indem erkannt wird, was war und ist, kann anerkannt werden, was bereits geleistet wurde. Viele machen die Erfahrung, dass nach der Auswertung Positives stärker gewürdigt und Dinge, mit denen manche vielleicht nicht einverstanden waren, gelassener betrachtet werden können als vorher. Die Auswertung von erreichten Zielen und der Blick auf Erfolge und Misserfolge können helfen, das Profil des Pfarrgemeinderats zu schärfen, einen gemeinsamen Abschluss auch für ausscheidende Mitglieder zu schaffen und Kandidaten für die kommende Wahlperiode zu gewinnen. So lässt sich angehenden Pfarrgemeinderäten und Pfarrgemeinderätinnen, ein vielseitiges und lebendiges Bild von ihrer zukünftigen Tätigkeit zeichnen.

Grundsätzlich sind folgende vier Fragen für jede Auswertung von Bedeutung.
Wie haben wir zusammengearbeitet? (Wie)
Was haben wir besprochen und getan? (Was)
Wie konnte ich selbst mitarbeiten und dabei sein? (Ich)
Waren wir in unserer Arbeit unserem Auftrag als Pfarrgemeinderat nahe? (Feld)

Dabei steht die Auswertung immer im Dienst der Arbeit als Pfarrgemeinderat. Deshalb sollte die Zeit, die für die Auswertung aufgewendet wird, in einem guten zeitlichen Verhältnis zur gesamten Arbeitszeit stehen. Für eine Sitzung des Pfarrgemeinderats reichen deshalb zehn Minuten, für eine zweitätige Klausur vielleicht eine Stunde. Für die Auswertung der gesamten Amtsperiode ist zumindest ein Abend, besser natürlich ein Klausurtag oder ein Klausurwochenende.

Als Anregung und Vorschlag, wie eine Auswertung der Amtsperiode des Pfarrgemeinderats ablaufen könnte, sei auf das Material zum Download „Bilanzierung der Pfarrgemeinderatsarbeit“ auf der Internetseite www.pgr-handbuch.de verwiesen, ebenso auf die Artikel „Auswertung“ und „Klausurtage oder- wochenenden“ im Handbuch für Pfarrgemeinderäte.

Die dort beschriebene Methode hat besonders im Blick, wie die Auswertungsergebnisse als Grundlage dienen können, welches „Vermächtnis“ dem neuen Pfarrgemeinderat übergeben wird. So wird danach gefragt, welche Herausforderungen für die nächsten Jahre absehbar sind, welche fachlichen und persönlichen Fähigkeiten daher der neue Pfarrgemeinderat benötigt und welche Kriterien sich daraus für die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten ergeben.

Auch die Hinweise für eine Gestaltung einer Pfarrversammlung unter dem Motto „Dies sind unsere Früchte“, auf der die Ergebnisse der Bilanzierung vorgestellt werden, können hilfreich sein.

Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Auswertungen und auch bei der Vermittlung von Referenten bieten die Geschäftsstellen der Diözesanräte und in vielen Bistümern auch die jeweiligen Arbeitsgemeinschaften für Organisationsentwicklung und Gemeindeberatung.