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  • Miteinander sprechen, voneinander lernen

    Georgios Vlantis ist der erste orthodoxe Geschäftsführer der ACK in Bayern. In Gemeinde creativ spricht er über das Jahr 2017 als gemeinsames Christenfest und die Bedetung der Ökumene

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Aktuelle Ausgabe

  • GC 002 2017 Titel

Zusatzinformationen

Bildergeschichten
Gemeinde creativ Fotowettbewerb

Wir von Gemeinde creativ wollen wissen, wie das Gemeindeleben in Ihrer Pfarrgemeinde aussieht. Und weil wir nicht jede einzelne Pfarrei persönlich besuchen können, brauchen wir Ihre Hilfe. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte, deshalb haben wir zum ersten Mal einen „Gemeinde creativ Fotowettbewerb“ ins Leben gerufen, bei dem Sie uns Ihr Gemeindeleben in Bildern zuschicken können.

Was suchen wir?

Sie haben Fotos vom Pfarrfest, der Fronleichnamsprozession, einer Maiandacht im Freien, der alljährlichen Bergmesse vor überwältigender Bergkulisse, einem besonderen Gottesdienst oder Fest? Mit Ihrer Kamera haben Sie festgehalten, was hinter den Kulissen passiert, wie Ostern das Heilige Grab aufgebaut wird oder einfach nur, wie der Kirchturm im letzten Abendlicht leuchtet? Die Krippe in Ihrer Kirche ist etwas ganz Besonderes oder vielleicht der Blumenschmuck zum Patrozinium? Der Schnappschuss aus dem letzten Minilager löst bei allen Betrachtern immer herzhaftes Lachen aus – dann sind das genau die richtigen Motive. Zeigen Sie sie uns und machen Sie mit beim „Gemeinde creativ Fotowettbewerb“!

Uns geht es nicht so sehr um das technisch perfekte Foto. Wichtiger ist es uns, dass das Bild Emotionen weckt, Atmosphäre hat und eine Geschichte erzählt. Diese kann alltäglich und vielleicht banal sein und doch ist es in jeden Fall eine ganz persönliche Geschichte aus Ihrer Pfarrei. Die möchten wir gerne kennenlernen.

Mitmachen lohnt sich!

Gemeinde creativ sorgt dafür, dass in Ihrer Pfarrei der Akku nie leer wird. Die ersten zehn Einsendungen erhalten ein Reiseset mit Powerbank, Ladekabel und Stromwandler. Und weitere Preise warten auf Sie: edle Schreibsets und Büchergutscheine zum Beispiel.

Die Teilnahmebedingungen finden Sie hier

 

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Hier finden Sie die Link-Sammlung für die aktuelle Ausgabe März - April 2017Schwerpunkt: "Synodale Kirche" zum Anklicken:

Das Höfesterben beenden
Niederalteicher Impulse sollen die EU-Agrarpolitik reformieren Seit dem letzten Weltkrieg gibt es in Deutschland, und eigentlich überall in Europa, einen mehr oder weniger ausgeprägten Strukturwandel in der Landwirtschaft. In der Praxis bedeutet dieser auf den ersten Blick beschönigende Ausdruck nichts anderes als Höfesterben. Die Agrarpolitiker von Bundesländern, Mitgliedsstaaten und letztlich der Europäischen Union selbst haben immer wieder versucht, mit zum Teil einschneidenden Reformen einzugreifen, aber meist mit unterschiedlichem Erfolg. Derzeit gibt es intensive Vorüberlegungen, wie die nächste Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 aussehen soll.

Die in der Katholischen Landvolkshochschule St. Gunther in Niederalteich angesiedelte Denkwerkstatt „Ökosoziales Forum Niederalteich“ (ÖSFN) hat nach umfangreichen Diskussionen und Expertisen das Impulspapier „Das Europäische Modell mit Leben erfüllen“ zur zukunftsgerechten Landwirtschaft in Europa erarbeitet. Die Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen nach dem bekannten Dreischritt „Sehen – Urteilen - Handeln“ vor und kommen dabei in einer schonungslosen Bestandsaufnahme zu dem Schluss, dass wesentliche Ziele bisheriger agrarpolitischer Maßnahmen nicht erreicht wurden. Vor allem was den Boden-, Trinkwasser- und Tierschutz sowie die Artenvielfalt von freilebenden Tieren und wildwachsenden Pflanzen anbelangt. Lediglich die Menge der erzeugten Nahrungsmittel hat sich erhöht, oft einhergehend mit existenzgefährdendem Preisdruck, vor allem für Milch- und Fleischprodukte.

Das ÖSFN erinnert an das Leitbild, das der Rat der EU-Landwirtschaftsminister bereits vor 20 Jahren beschlossen hat: „Die Landwirtschaft muss in der Lage sein, die Landschaft zu pflegen, die Naturräume zu erhalten, einen wesentlichen Beitrag zur Vitalität des ländlichen Raumes zu leisten und den Anliegen und Anforderungen der Verbraucher in Bezug auf die Qualität und die Sicherheit der Lebensmittel, dem Umweltschutz und dem Tierschutz gerecht zu werden.“

Aufgrund der Schieflage zwischen Zielsetzung und Wirklichkeit werden in dem Papier konkrete Ziele für eine neue Agrarpolitik benannt: Ernährungssicherheit und Lebensmittelqualität, Boden-, Trinkwasser- und Tierschutz sowie Artenvielfalt. Diese sind Grundlage für ein intaktes Ökosystem und somit für attraktive ländliche Räume. Besonderes Augenmerk gilt den Entwicklungen, die die Bauernfamilien hierzulande betreffen, aber auch externen ökologischen, kulturellen, ökonomischen und sozialen Wirkungen in anderen Ländern und Kontinenten.

Das ÖSFN stellt elf Eckpunkte für die erforderliche Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 vor. Das Papier schlägt zielgerechte Maßnahmen im Bereich Ordnungsrecht, Gebühren und Abgaben vor, sowie eine finanzielle Förderungen statt des oberflächlichen Gießkannenprinzips. So sollten die staatlichen Zuschüsse gezielt auf ökologische Leistungen - überschaubare Schlaggrößen, bodenschonende Bewirtschaftung, artgerechte Tierhaltung und Ökolandbau - ausgerichtet werden. Achslastbegrenzung zum Schutz des Bodens, Förderung des einheimischen Eiweißpflanzenanbaus, Abgaben auf Stickstoffdünger und Pestizide sind weitere Vorschläge. Interessant ist auch die Forderung, auf Investitionszuschüsse für Stallungen und Maschinen weitgehend zu verzichten, da sie in der Praxis stets zu Produktionsausweitung und damit zu verschärftem Strukturwandel geführt haben. Wichtig ist auch die Aus- und Fortbildung sowie Beratung der bäuerlichen Familien. Statt „wachsen oder weichen“ sollte das Fortschrittsziel lauten: Leben und leben lassen. Der gesunde Stolz der Bauern sowie das Gemeinwohl sollen im Vordergrund stehen.

Das Impulspapier das ÖSFN kommt zu dem Schluss, dass an einer konsequenten ökosozialen Ausrichtung der Landwirtschaft in Europa und somit der Agrarpolitik kein Weg vorbei führt.

Auch Papst Franziskus kommt in dem Impulspapier „Das Europäische Modell mit Leben füllen“ zu Wort: „Die Verantwortungsträger haben das Recht und die Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, um die Kleinproduzenten und die Produktionsvielfalt klar und nachdrücklich zu unterstützen. Damit es eine wirtschaftliche Freiheit gibt, von der alle effektiv profitieren, kann es manchmal notwendig sein, denen Grenzen zu setzen, die größere Ressourcen und finanzielle Macht besitzen.“ (Laudato si‘ Nr. 129)

„Das Europäische Modell mit Leben füllen“ steht auf der Homepage der Landvolkhochschule Niederalteich zum Download bereit: www.lvhs-niederalteich.de. Text: Josef Rottenaicher

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Um Gottes Willen singen

„Um Gottes Willen – Singen!“ – Der Titel einer neuen Publikation der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) Bayern ist ganz schön zweideutig. Mit Blick auf die Zielgruppe scheint er damit genau richtig gewählt. Das Heft will vor allem Jugendliche dazu anregen, Gott und Glaube im Alltag aufzuspüren und beispielsweise über die Musik zu erfahren. „Um Gottes Willen – Singen!“ versammelt verschiedene Songtexte für den Religionsunterreicht, die Gruppenstunde mit Ministranten oder Firmlingen oder den nächsten Jugendgottesdienst. „Der Glaube steckt im Leben, man muss ihn nur finden“, schreiben die Verantwortlichen im Vorwort. Den Glauben im Alltag finden, das kann in der Musik gelingen, wie sie zeigen. Und so finden sich in dem 35 Seiten starken Heft laute und leise Songs, beschwingte und melancholische, zu unterschiedlichen Themenbereichen wie „Liebe“, „Hoffnung“, „Natur“ oder „Zukunft“ – alles Themen, die gerade junge Menschen umtreiben. Dabei stößt man auf bekannte Größen der Popszene wie Xavier Naidoo und seinen Song „Bitte hör nicht auf zu träumen“ oder Herbert Grönemeyers Klassiker „Mensch“. Aber wer wusste, dass Hip-Hopper Thomas D ein „Gebet an die Erde“ getextet hat? Daneben finden sich immer wieder Hinweise auf passende Bibelstellen.

Bei der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) Bayern können Sie das Songbook bestellen: http://www.keg-bayern.de/home/artikel-details/altmodischer-religionsunterricht-realitaetsferne-altbackene-texte-unser-songbook-beweist-das-g.html

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Ökumenisches Friedensgebet „Aus der Tiefe des Chaos rufen wir zu dir, du Gott des Friedens“ – mit diesen Worten beginnt das diesjährige ökumenische Friedensgebet, das von den katholischen Missionswerken missio München und misso Aachen gemeinsam mit dem evangelischen Missionswerk initiiert wird. Das Gebet soll das gesamte Jahr über als Impuls für Gottesdienste, Andachten und andere Veranstaltungen in Gemeinden oder Schulen dienen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Das Gebet stammt in diesem Jahr aus der Feder der irakischen Ordensschwester Nazik Khalid Matty. In ihrem Gebet erinnert sie daran, dass Christen und andere religiöse Minderheiten im Irak nach wie vor Terror ausgesetzt seien. In diesen schwierigen Zeiten sei der Glaube ein wichtiger Anker: „Guter Gott, stärke unseren Glauben an die Möglichkeit, Frieden zu schaffen trotz aller Gewalt, die wir sehen“, heißt es in dem Gebet weiter.

Mit dem Projekt richten sich die Missionswerke an Gemeinden, Religionslehrer, Betreuer von Jugendgruppen und andere Engagierte, die sich im gemeinsamen Gebet für den Frieden einsetzen möchten. Weitere Informationen zur Aktion und zu den Materialien, finden Sie unter http://oefg.missio-blog.de/.

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Neue Vorstandschaft beim Landvolk

Viel bewegt hat Marcus Öfele aus Augsburg während seiner 12 Jahre als Diözesanvorsitzender der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) im Bistum Augsburg. Nach drei Amtsperioden konnte er satzungsgemäß nicht wieder gewählt werden.

Seit 1999 ist Marcus Öfele aktives Mitglied in der KLB. Über die Fußwallfahrt ist er in den Verband hineingewachsen und war von 2001 bis 2005 zunächst stellvertretender Vorsitzender, bevor er von 2005 bis 2017 sehr engagiert und mit großem persönlichem Einsatz den Vorsitz übernahm, schreibt die KLB in einer Pressemitteilung. Während dieser Zeit habe er gerne Verantwortung für eine moderne KLB und für die Menschen im Verband übernommen. Insbesondere liegen ihm die Projektarbeit im Senegal, die Fußwallfahrt nach Flüeli und vielfältige Aktivangebote, die Bewegung, Bildung und Glaube vereinen, am Herzen.

Auf die Frage, wie dieses Engagement sein Leben bereichert hat, antwortete Öfele: „Keiner der in den letzten Jahren für die KLB investierten Minuten trauere ich nach, da es immer wieder Neues zu lernen galt und auch weiter gilt. Meine Person wie auch mein Wissen hat von der Mitarbeit beim Landvolk nachhaltig und positiv profitiert.“

Die KLB freut sich, dass sie weiterhin auf die tatkräftige Unterstützung von Marcus Öfele bauen kann, da er als Beisitzer dem Vorstand erhalten bleibt. Albert Vögele wurde zum neuen Diözesanvorsitzenden gewählt. Rita Fischer wurde als Diözesanvorsitzende bestätigt. Neu in das Amt der zweiten Vorsitzenden wurden Norbert Kienle und Ulrike Meitinger gewählt.

Die Neuwahlen fanden im Rahmen eines Mitarbeiterseminares zu Beginn des Jahres statt. Mehr als 80 KLB-Mitglieder stellten sich dort aktuelle Fragen, besonders beschäftigte sie: Wie gefährdet ist unsere Demokratie?

Das Leben des Bruder Klaus und dessen Frau Dorothee – die Patrone der KLB - ist für viele Menschen nicht immer leicht zu verstehen. Der Schweizer Roland Gröbli referierte im Bruder-Klaus-Jubiläumsjahr über den Heiligen, der Mensch, Mystiker und Mittler war. Als engagierter Christ und Inhaber politischer Ämter habe Niklaus von Flüe die gesellschaftlichen und kirchlichen Missstände seiner Zeit nicht nur gesehen, sondern auch deutlich benannt.

Christsein bedeute auch heute, politische Verantwortung zu übernehmen. Dies wurde den Mitgliedern des Landvolks im zweiten Teil des Seminars ans Herz gelegt, das unter dem Thema „Wie gefährdet ist die Demokratie?“ stand. Jeder Einzelne könne sich durch entschlossenes und weitsichtiges Handeln für den Staat, für das Gemeinwohl und somit auch für die Demokratie engagieren. „Man solle sich nicht scheuen, in politischen Parteien mitzuwirken, Ämter und Mandate zu übernehmen, sich ehrenamtlich zu engagieren und sich seine eigene Meinung zu bilden“, appellierte Roman Aigner, Bildungsreferent der KLB, an die Teilnehmer.

Dass sich viele Landvolk-Mitglieder ehrenamtlich engagieren wurde bei der feierlichen Verabschiedung langjähriger Dekanats- und Diözesan-Vorstandsmitglieder offensichtlich. Marcus Öfele und Rita Fischer dankten den Ausscheidenden für ihr großes Engagement und ihre langjährige Vorstandsarbeit. Bei der anschließenden Neuwahl des Diözesanvorstands konnten alle Positionen wieder besetzt werden.

Die Liedermacherin Kathi Stimmer-Salzeder lud am Sonntagvormittag das Landvolk ein, wie Bruder Klaus, dem Frieden die eigene Stimme zu schenken: „Vor dem Handeln ist das Hören, vor dem Hören die Offenheit“. Noch den Klang und die Botschaft der Friedenslieder im Ohr und ermutigt durch einen lebendigen Gottesdienst nahmen die Teilnehmer viele Impulse für die Weiterarbeit mit in ihre Ortsgemeinden.

Mehr zur KLB im Bistum Augsburg finden Sie hier: http://www.klb-augsburg.de 

Text: Petra Hüttenhofer, KLB-Bildungsreferentin

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Gemeinsam gehen – mit dem Papst

Papst Franziskus ist ein Reformer, einer, der sagt, was er denkt, auch wenn das nicht allen passt, einer, der unbeirrbar seinen Weg geht – authentisch. Mit seinen Reden und Predigten sorgt er immer wieder für Aufsehen. Eine davon ist die Ansprache, die er anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Bischofssynode gehalten hat. Es geht um seine Vision einer synodalen Kirche, in der Ortskirchen mehr Verantwortung tragen und die Mitsprache aller gesichert ist.

Den vollständigen Text der Papstansprache zur „Synodalität für das dritte Jahrtausend“ finden Sie hier: http://de.radiovaticana.va/news/2015/10/17/papstansprache_synodalit%C3%A4t_f%C3%BCr_das_3_jahrtausend/1180030

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Gott liebt die Fremden

Eine Pfarrgemeinde im Bayerischen Wald lädt regelmäßig zu einem Kulturcafé ein, bei dem sich Migranten und Asylbewerber zusammen mit den Engagierten in der Flüchtlingsarbeit und Bewohnern des Ortes treffen zum Austausch und über Themen der Integration sprechen.

In vielen Gemeinden sind in den vergangenen Jahren diese und ähnliche Formen der Begegnung und Unterstützung entstanden. Helferkreise organisieren Deutschunterricht, sind Ansprechpartner in Alltagsfragen, kümmern sich um Angebote für Bildung und Freizeit. Mit diesem Engagement ist es möglich, dass die Menschen mit den ganz unterschiedlichen Kulturen und Religionen in Kontakt kommen und beginnen voneinander zu lernen.

„Gott liebt die Fremden!“ - so lautet der Titel einer Wanderausstellung in zwölf Tafeln. Sie erzählt von biblischen Migrantinnen und Migranten des Alten und Neuen Testamentes, von Abraham und Sara bis zu Maria, Josef und Jesus. Die Bibel weiß um die Schicksale von Menschen auf der Flucht. Sie erzählt davon, dass Gott den Flüchtlingen besonders nahe ist. Sowohl in der Geschichte Israels wie in den Anfängen der christlichen Gemeinden waren Menschen gezwungen, ihre Heimat aus politischen, ethnischen und religiösen Gründen zu verlassen.

Zu dieser Schau der österreichischen Bibelgesellschaft laden die Gemeindecaritas, die Katholische Erwachsenenbildung, das Seelsorgeamt und der Diözesanrat der Katholiken der Diözese Passau die Pfarrgemeinden ein, mit einem Begleitprogramm Gastfreundschaft in der Begegnung mit Asylsuchenden zu leben und zu gestalten. Die biblischen Erfahrungen können eine Brücke sein zu den gegenwärtigen Herausforderungen.

Begegnungs- und Themenabende, Gottesdienste, gemeinsames Feiern und Tanzen bringen die Inhalte der Ausstellung ins Hier und Jetzt. In der Zusammenarbeit mit den Asyl- und Migrationsdiensten, mit Schulen, sozialen Einrichtungen und durch die Unterstützung der Kommunen können viele Ideen einer gastfreundlichen Gemeinde realisiert werden.

Weitere Informationen, wie Sie die Wanderausstellung zu sich in die Gemeinde holen und welche begleitenden Veranstaltungen möglich und sinnvoll sind, erfahren Sie beim Diözesanrat Passau (http://www.dioezesanrat-passau.de/aktuelle_details.html?&tx_ttnews[tt_news]=250&cHash=c27ab7c4f76c00aa8439b6e2fbe5507d) oder dem Diözesancaritasverband (https://www.caritas-passau.de/spende-und-engagement/wanderausstellung-gott-liebt-die-fremden/).

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Kirche auf dem Weg in die Zukunft

Ein Werkstattbericht aus der Arbeitsgruppe Synodalität im Projekt „Gemeinsam Kirche sein. Pastoral der Zukunft“ in der Diözese Würzburg

Vorneweg: Was bringt eine Kirche, die hierarchisch aufgebaut ist, jahrhundertelang nach dem Prinzip von Über- und Unterordnung funktioniert hat – was bringt eine solche Kirche dazu, ein diözesanes Projekt ins Leben zu rufen, bei dem Synodalität als „zentrale Aufgabe“ angesehen wird? Eine wirklich spannende Frage. Noch spannender wird es bei Enttäuschungen, die Haupt- und Ehrenamtliche immer wieder erleben. Wenn es bei Entscheidungen eben doch auch mal kurzentschlossen heißt „Ober sticht Unter“. Kann da von einem synodalen Vorgehen die Rede sein? Sicher, auch im Bistum Würzburg sind wir da nicht auf der Insel der Glückseligen.

Aber, Synodalität hat in Würzburg Tradition. Sie ist ein echter Schatz. Eine Kultur des Dialogs und die gemeinsame Suche nach zeitgemäßen Formen, „Kirche für die Menschen zu sein“, sind im Bistum Würzburg Werte, die gelebt werden – nicht nur mit Blick auf die Würzburger Synode (1971-1975). „Wege suchen im Gespräch“ in den 1990er Jahren oder der Dialogprozess, der im Bistum in den letzten Jahren mit viel Elan betrieben wurde, stehen für diese Entwicklung.

Aber wie es mit Schätzen so ist: Unter der Erde vergraben nützen sie nichts. Eine spürbare Wirkung für andere Menschen aber entfalten Schätze, wenn sie geteilt werden. Synodalität ist gerade in Würzburg also ein solcher Schatz, mit dem immer wieder gearbeitet wurde und durch den viel in Bewegung gekommen ist.

Doch weshalb ist Synodalität so wertvoll? Nun, Kirche ist ja kein „Projekt“, das von einigen wenigen für einige wenige betrieben wird. Kirche hat vielmehr einen universalen Auftrag: Menschen zur Gemeinschaft mit Gott und zur Gemeinschaft untereinander zu führen. Es darf nie nur um irgendwelche Nischen gehen. Deshalb ist es zentral, dass „gemeinsame Wege“ von allen Beteiligten gesucht werden, dass sich Kirche synodal organisiert und wirkt. Rigide Entscheidungen zu treffen und sie nach dem Schema „top-down“ durchzuziehen, kann funktionieren – zumindest äußerlich. Wer jedoch auf die innere Bereitschaft vieler hofft, hat mit einer synodalen Haltung und Führungskultur die eindeutig besseren Karten. Innerhalb der Synodalität gibt es verschiedene Stufen der Entscheidungskompetenz. Ebenso sind Synodalität und Hierarchie keine prinzipiellen Gegensätze. Auch das kirchliche Leitungsamt hat hier seinen Platz, es nimmt in seiner dienenden Funktion Leitung wahr, indem es motiviert, anspornt und Orientierung ermöglicht. Papst Franziskus ist dafür ein leuchtendes Beispiel, indem er dezentrale Strukturen stärkt und zugleich den Akteuren solidarisch und subsidiär begegnet. Synodalität ist damit nicht die Kür, die der äußerlichen Dekoration dient. Synodalität nimmt die Freiheit des Menschen ernst, vernetzt und verstärkt vorhandene Kompetenzen und ist eine vielversprechende Chance als Strukturprinzip der Kirche.

Aktuell gewinnt Synodalität im Bistum neu an Kontur, auch weil sie wie eingangs erwähnt im Projekt „Gemeinsam Kirche sein. Pastoral der Zukunft“ als „Zentrale Aufgabe“ bezeichnet wird. In diesem Großprojekt gibt es verschiedene Teilprojekte zu verschiedenen Aspekten der Pastoral und einige Arbeitsgruppen zu „Zentralen Aufgaben“. Auf www.pastoralderzukunft.bistum-wuerzburg.de finden Interessierte detaillierte Informationen dazu. Auch die Arbeitsgruppe Synodalität hat innerhalb dieser Zentralen Aufgabe, die ja von allen wahrzunehmen ist, vor kurzem ihre Arbeit aufgenommen und stellt sich den hier skizzierten und anderen Fragen.

Text: Stefan Heining, Pastoral- und Fortbildungsreferent im Fortbildungsinstitut der Diözese Würzburg

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Gemeinsam für eine zukunftsfähige Welt

Im Herbst wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Entwicklungspolitische Themen kommen in den Wahlkampfmonaten vielfach zu kurz. In den Podiumsrunden der Kandidaten stehen nationale Themen – Steuer, Rente, Gesundheitspolitik – oftmals im Vordergrund. Mit der Aktion „Gemeinsam für eine zukunftsfähige Welt“ möchte das Landeskomitee der Katholiken in Bayern die Möglichkeit schaffen, globale Themen doch gezielt in den Bundestagswahlkampf einzuspeisen. Der Sachausschuss „Mission – Gerechtigkeit – Frieden“ hat dazu einen ausführlichen Informationsflyer erarbeitet. Er stellt die Frage nach dem Guten Leben für alle und geht auf wichtige entwicklungspolitische Themen wie die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, kurz SDGs) oder gangbare Wege der Fluchtursachenbekämpfung ein.

„Wir können nicht so tun, als stünden unsere Lebensweise und die Profitorientierung unserer Leistungsgesellschaft in keiner Beziehung zur Lebenssituation der Menschen im globalen Süden“, heißt es in dem Papier. Dass alles mit allem verbunden ist, und dass es nur eine „einzige und komplexe sozio-ökologische Krise“ gibt, macht Papst Franziskus in seiner Enzyklika Laudato si‘ (Nr. 139) deutlich. Die Initiative „Gemeinsam für eine zukunftsfähige Welt“ greift die Kernbotschaften aus Laudato si‘ auf und möchte anregen, sich mit diesen Themen zu beschäftigen.

Daneben wird ein Musteranschreiben zur Verfügung gestellt, mit dem sich Pfarrgemeinden, Verbände und andere kirchliche Gruppen gezielt an Bundestagskandidaten wenden und mit diesen zu entwicklungspolitischen Fragen ins Gespräch kommen können. Außerdem listet der Flyer eine Reihe anderer Möglichkeiten auf, wie diese und andere globale Themen in Pfarreien und Gruppen diskutiert und thematisiert werden können.

Hier finden Sie die Materialien zur Aktion:

FlyerBegleitbriefMusteranschreiben

Sie haben eine Veranstaltung zum Thema organisiert, vielleicht einen Themenabend oder eine Podiumsrunde mit ihren Bundestagskandidaten? Oder Sie haben eine Antwort eines Ihrer Bundestagskandidaten erhalten? Dann schreiben Sie uns gerne (gemeinde-creativ@landeskomitee.de) – wir sind gespannt und freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.