| Praxistipp 03/2011 |
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Bio-regional-faires Pfarrfest Pfarrfeste gibt es überall, sie haben im Leben einer Pfarrgemeinde einen festen Platz. Dabei spielt die Versorgung der Teilnehmer mit Essen und Getränken eine wichtige Rolle. Kirche vor Ort könnte hier zeigen, dass das, was sie glaubt und predigt, auch lebt, wenn man sich dabei um die Bewahrung der Schöpfung bemüht, sich für gerechte Lebensbedingungen bei der Herstellung der verbrauchten Waren einsetzt und auch Verantwortung für die Region, in der man lebt, mit übernimmt. So können Produkte aus der Region, aus ökologischem Anbau oder fairem Handel Pfarrfeste zu bio-regional-fairen Pfarrfesten werden lassen und so nicht nur Spiegel der Glaubwürdigkeit sein, sondern auch zum Vorbild für nachhaltiges Feiern werden. Je nachdem welches Produkt wir kaufen, unterstützen wir damit einen bäuerlichen Direktvermarkter oder einen Handelskonzern, tiergerechte Haltung oder industrielle Massenproduktion, kurze Wege oder Flugtransport. Hinter jedem Produkt steckt eine Geschichte. Mit jedem Einkauf gestalten wir auch die Produktions- und Arbeitsbedingungen mit. Was ist bio-regional-fair? „Bio“ heißt eigentlich nichts anderes wie „Leben“. Bio-Produkte sind also umfassend lebensfördernde Produkte, nicht nur für den konsumierenden Menschen sondern auch gesund auch für Tiere, Pflanzen und Böden. Dazu gehören tiergerechte Haltung, der Schutz von Boden, Wasser und Luft durch schonende Landbewirtschaftung sowie der Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz und Düngemittel. Durch die Regionalität legen die Produkte nur kurze Wege zurück und schaffen so Lebensqualität durch weniger Transportaufwand und Frische. Vertrauen entsteht durch direkten Kontakt zum Produzenten, angesichts der Lebensmittelskandale der letzten Jahre ein wichtiges Anliegen. Außerdem bleiben so Arbeitsplätze und Kaufkraft in der Region. Das Stichwort Fair verknüpfen viele heute mit fair gehandelten Produkten aus Übersee, die wir nicht bei uns produzieren können, wie Kaffee und Orangensaft. Das sollte bei einem Pfarrfest inzwischen selbstverständlich sein. Darüber hinaus heißt fair aber auch: bezahlen, was recht und billig ist! Es geht um menschenwürdige Arbeitsbedingungen in unserer Region und weltweit. Dabei muss man sich orientieren am gerechtfertigten Aufwand für die nachhaltige Produktion, auch der Lebensunterhalt für Bauern- und Handwerkerfamilien muss gesichert sein mit fairen Preisen. Ein bio-regional-faires Pfarrfest ist möglich Es gibt viele Möglichkeiten für ein Pfarrfest. Man muss nicht alles auf einmal tun, kann aber an vielen Stellen anfangen. Es gibt kein einheitliches Patentrezept, um ein Pfarrfest bio-regional-fair zu gestalten. Information im Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung und die Diskussion, welche Aspekte von bio-regional-fair jeweils wichtig sind, was zum Ort, zur Pfarrgemeinde, zum Fest passt, ist ein entscheidender Schritt für schöpfungstheologische Bewusstseinsbildung in der ganzen Pfarrei. Die Pfarreigemeinde ist mehr als ihr Pfarrfest Wenn Sie erste Erfahrungen mit bio-regional-fairen Ideen und Produkten beim Pfarrfest gesammelt haben, werden Sie sehen, dass es in einer Pfarrei noch viel mehr Möglichkeiten gibt, Zeichen zu setzen, zum Beispiel mit anderen Festen in der Pfarrei (Erntedank, Geburtstage, Jubiläen, Primizen et cetera), bei der Bewirtung im Alltagsbetrieb des Pfarrheimes, der Verpflegung im Kindergarten oder bei der Beschaffung für das Pfarrbüro, die Sakristei oder den Pfarrhaushalt. Auch Bauvorhaben bergen Möglichkeiten, Zeichen zu setzen. Auf den ersten Schritt kommt es an. Der Weg entsteht beim Gehen! (red/Diözesanrat Eichstätt) |