| Praxistipp 04/2011 |
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Nur ein Gottesdienst? Weltgebetstag ist die älteste ökumenische Bewegung Weltgebetstag – das ist eine weltweite, ökumenische Bewegung christlicher Frauen. In mehr als 170 Ländern feiern Menschen den Weltgebetstags-Gottesdienst. In den Gruppen vor Ort sind Frauen unterschiedlicher Konfessionen, aller Altersgruppen und Bildungsschichten aktiv. In vielen deutschen Gemeinden ist der Weltgebetstag (WGT), der immer am ersten Freitag im März stattfindet, fester Bestandteil des Kirchenjahres – für Frauen und Männer. Von Lisa Schürmann Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V. Eine Besonderheit des WGT-Gottesdienstes ist, dass er jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land stammt. Die Liturgie „Steht auf für Gerechtigkeit“ zum Weltgebetstag 2012 wurde so von Frauen aus Malaysia geschrieben. Spannend sind jedes Jahr die Fragen: Welche Schwerpunkte setzen die Frauen aus dem WGT-Land in ihrem Gottesdienst? Welche Bibelstellen wählen sie? Was berichten sie uns von ihrem Glauben, ihrem Land, ihrem Blick auf die Welt? Ein Tag im Jahr – und vieles mehr! Der Weltgebetstag ist auch über den ersten Freitag im März hinaus lebendig. Fast überall auf der Welt gibt es WGT-Komitees, die die WGT-Arbeit im Land koordinieren. Das Deutsche WGT-Komitee wird von zwölf Frauenorganisationen und -verbänden aus neun christlichen Kirchen getragen. Das Komitee unterstützt die vielen regional und lokal engagierten Frauen mit Bildungsangeboten und Materialien. Das heißt konkret: Bereits im Vorjahres-Sommer werden die umfangreichen Bildungsmaterialien (Arbeitsbuch, Musik-CD, Kindergottesdienst-Heft und vieles mehr) für den nächsten WGT hergestellt. „Nach dem Weltgebetstag ist vor dem Weltgebetstag“ Zu dieser Zeit finden auch erste Veranstaltungen für Multiplikatorinnen statt. Die Frauen beschäftigen sich dort intensiv mit dem nächsten WGT-Land und -Gottesdienst. So heißt es für viele: „Nach dem Weltgebetstag ist vor dem Weltgebetstag.“ Sie entwickeln Bibelarbeiten, Gottesdienst-Gestaltungen, gesellschaftspolitische Exkurse, Tänze und vieles mehr. Die Teilnehmerinnen selbst werden dann auf regionaler Ebene zu Multiplikatorinnen. Sie geben ihre Erfahrungen an Frauen weiter, die wiederum die lokale Vorbereitung organisieren. Hier zeigt sich: Der Weltgebetstag ist eine breite und vielschichtige Basisbewegung. Die ökumenischen Vorbereitungsteams vor Ort legen dann oft im Herbst los: Einlesen in Gottesdienst und Materialien, kreative Gestaltung entwickeln, Einüben der Lieder und vieles mehr. „Betend handeln“ – auch über den Weltgebetstag hinaus! Auch vor und nach dem Gottesdienst sind einige Gemeinden aktiv: mit Veranstaltungen zum WGT-Land und dem gesellschaftspolitischen Schwerpunktthema. Beim WGT 2011 „Wie viele Brote habt ihr?“ gab es zum Beispiel Kinderbibelwochen zum WGT-Land Chile, Konzerte oder auch Frauenfrühstücke mit gesellschaftspolitischen Inputs zur Ernährungssouveränität. Die Themen der Schreiberinnen des WGT-Gottesdienstes sind globale Themen. Während der intensiven Gottesdienst-Vorbereitungen wird bei WGT-Engagierten die Bereitschaft gestärkt, sich lokal und global einzubringen. Global passiert vieles auch durch die Kollekte, mit der weltweit Frauenprojekte unterstützt werden. Lokal werden die eigenen Lebensgewohnheiten hinterfragt und WGT-Engagierte melden sich auch politisch zu Wort. Wie die WGT-Frauen aus Frankfurt/Main, die nach dem WGT aus Thailand (1980) eine Beratungsstelle für Zwangsprostituierte initiiert haben. WGT-Bildungsveranstaltungen und -Materialien geben hier oft Anregungen. Initiative und Umsetzung liegen dann immer bei den Menschen vor Ort. So wirkt der Weltgebetstag – auch über den ersten Freitag im März hinaus. Weiterführende Informationen: www.weltgebetstag.de |