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Praxistipp 06/2011
Pfarrei-Kino

Wie ich Film und neue Medien in der Pfarrei einsetzen kann

Ein Pfarrei-Kino kann eine attraktive Unterhaltungs– und Begegnungsplattform für die Pfarrei sein. Menschen kommen zusammen, machen eine gemeinsame Filmerfahrung, tauschen sich darüber aus oder stellen Beziehungen zum eigenen Leben her: Es entsteht Gemeinsamkeit. Wenn Sie planen, Filme in Ihrer Pfarrei zu zeigen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

Von Franz Haider
Diözesane Medienstelle muk der Erzdiözese München und Freising

Besteht Interesse an einer Film-Veranstaltung? Die wichtigste Bedingung: Sie selber sollten eine gewisse Filmbegeisterung besitzen und der Motor sein, um Filme im Bildungs- und Unterhaltungsangebot der Pfarrei platzieren zu können. Reden Sie mit Menschen, die Ihre Ideen unterstützen könnten und klären Sie ab, ob eine Spielfilmreihe für die Pfarrei von Interesse wäre. Die Filmarbeit in der Pfarrei sollte etwas bieten, was der Fernseher zuhause nicht leisten kann: Kontakte, Gespräche, spannende und anregende Themen, das Wiedersehen mit Filmen, die sonst nicht mehr zu sehen sind et cetera.

Wieviele Mitarbeiter brauche ich?
Alleine geht‘s auch, aber suchen Sie sich Mitstreiter, um Arbeit und Verantwortung aufteilen zu können. Außerdem fällt die Planungsarbeit leichter, wenn mehrere Personen ein Filmprogramm entwickeln, weil jeder seine Filmerfahrungen und –erinnerungen einbringen kann.

Welches Zielpublikum habe ich?
Im Prinzip kann jede Gruppe in der Pfarrei ein Zielpublikum für Filme sein: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, ältere Menschen. Passende Filme gibt es für alle Gruppen. Überlegen Sie: Welche Filme machen mir Spaß? Wen kann ich damit erreichen? Wie kann ich diese Gruppe am besten bewerben?

Was zeigt das heimische Kino?
Welche Zusammenarbeit ist möglich?

Wenn Sie ein Kino im Ort oder in der Nähe haben, entsteht selten eine Konkurrenzsituation. Filme, die sie zeigen, sind im Kino bereits abgespielt oder stehen dort sogar aus verleihrechtlichen Gründen oft gar nicht mehr zur Verfügung. Aus werberechtlichen Gründen sollten Sie aber die Zusammenarbeit mit dem Kino suchen und eine Situation schaffen, die beiden Seiten nützt. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, dass Sie Ihre Filme im örtlichen Kino zeigen können, falls eine Filmvorführung im Pfarrsaal nicht möglich ist.

Gibt es einen geeigneten Raum?

Am besten bietet sich der Pfarrsaal oder ein größerer Raum an, der verdunkelbar ist und eine genügende Raumhöhe für die Projektion auf die Leinwand besitzt.

Ist die technische Ausrüstung bereits vorhanden oder muss sie mitgebracht werden?
An Technik braucht man:
  • Beamer
  • DVD-Player
  • Ton
  • Leinwand
Prüfen Sie, ob die Pfarrei die notwendige Technik in einer ausreichenden Qualität besitzt. Wenn nein, kann die Technik kostengünstig bei ihrer jeweiligen diözesanen Fachstelle ausgeliehen werden.

Filmreihen oder Einzelfilme?
Wir plädieren eher für Filmreihen, weil diese besser in das Bewusstsein einer Pfarrei verankert werden können. Drei bis fünf Filme, die im Monatsabstand gezeigt werden. Passende Jahreszeit: September bis April. In den Sommermonaten gibt es zu viele Freizeitalternativen. Einzelfilme passen sehr gut zu Sonderveranstaltungen, wie dem bevorstehenden Katholikentag, auf den mit einem Film über den Ökumenischen Kirchentag eingestimmt werden kann.

Woher bekomme ich die Filme?
Welche Kosten kommen auf mich zu?

Passende Filme bekommen Sie problem– und kostenlos bei den jeweiligen Fachstellen für Medienarbeit in den Diözesen. Die Fachstelle medien und kommunikation in München bietet auf der Internetseite www.m-u-k.de in der Rubrik „Medienrecherche“ eine umfangreiche Filmdatenbank. Filme erhalten Sie auch bei Landesmediendienste Bayern (www.mediendienste.info), allerdings müssen Sie hier eine jährliche Nutzungsgebühr bezahlen.

Kann ich Eintritt kassieren?
Im Prinzip ja. Entscheidend ist der nichtgewerbliche Charakter. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass man mit der Filmveranstaltung Geld verdienen will. Wir machen sehr gute Erfahrungen mit „Unkostenbeitrag“ oder „Eintritt frei, Spende erwünscht“, die in der Regel kostendeckende Einnahmen erzielen.

Wie gestalte ich die Werbung?
Welche Werbeträger habe ich zur Verfügung?

Ihre Filmarbeit können sie mit allen möglichen Werbeträgern bewerben (Aushang, Flugblatt, Zeitung, Internet). Allerdings unterliegt die Bewerbung von nichtgewerblichen Filmen bestimmten Einschränkungen. Informationen darüber finden Sie unter http://www.muk.erzbistum-muenchen.de/pdf/werbungkfw.pdf

Filme selber drehen
Bis vor nicht allzu langer Zeit war es sehr aufwändig und nicht ganz billig, einen Film selber zu drehen, zu schneiden und zu publizieren. Im Zeitalter der digitalen Foto- und Filmkameras, kostenloser oder billiger Schnitt-Software und einfachen Möglichkeiten der Veröffentlichung (zum Beispiel auf der Pfarrei-Homepage oder in Youtube) ist die eigene Filmproduktion keine Hexerei mehr.
Sie benötigen:
  • eine digitale Filmkamera oder einen digitalen Fotoapparat mit Videofunktion
  • ein Schnittprogramm für die Nachbearbeitung (zum Beispiel der kostenlose Windows-Moviemaker)
  • Personen, die mitarbeiten, und
  • eine Idee, was Sie filmen wollen.
Das können Filmimpressionen vom Pfarrfest oder Pfarreiausflug sein, ein kurzer Spielfilm mit den Ministranten oder Firmlingen oder die Aufnahme eines Orgelkonzerts. Aber Achtung: Wenn Sie den Film veröffentlichen, sollte darauf geachtet werden, dass alle Personen, die im Bild erscheinen, einverstanden sind, und dass keine Urheberrechte verletzt werden. Die Fachstelle medien und kommunikation hat ein Konzept speziell für Pfarreien entwickelt, wie man mit einfachen Mitteln Filme drehen kann. Hier finden Sie einen übersichtlichen ersten Zugang zur Filmarbeit: http://www.muk.erzbistum-muenchen.de/cms/images/muk/pdf/mukpublikationen/muk42.pdf

Mit der Pfarrei auf Facebook?
Facebook hat in Deutschland mittlerweile 20 Milllionen Nutzer und es ist nicht mehr abwegig, Facebook im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit einer Pfarrei zu nutzen. Speziell jüngere Pfarreimitglieder können damit angesprochen werden.

Die Anmeldung bei Facebook ist sehr einfach: Auf der Seite www.facebook.com finden Sie unter dem Button „Registrieren“ den Hinweis „Erstelle eine Seite für eine Berühmtheit, eine Band oder ein Unternehmen“. Es öffnet sich ein Anmeldungsassistent, Sie geben die benötigten Daten ein – und Ihre Pfarrei ist auf Facebook. Drei wichtige Hinweise:
  • Facebook ist eine lebendige Kommunikationsplattform: Sie sollten häufig präsent sein und interessante Nachrichten posten. Das bedeutet Betreuungaufwand.
  • Facebook ist öffentlich und die Informationen nachhaltig: Alle lesen mit, nehmen wahr und können kommentieren. Also gut überlegen, was Sie schreiben.
  • Bei Bildern und Videos, die Sie auf Facebook hochladen, bitte Bild- und Urheberrechte beachten.
Soziale Netzwerke können eine weitere sinnvolle Form der Ansprache an die (jüngeren) Pfarreimitglieder sein, es muss aber vorab geklärt werden, ob man deren grundlegende offene Kommunikation will.