Das Magazin für engagierte Katholiken

Ausgabe: März-April 2024

Gesichter des Landeskomitees

Begeistert sein

Kirchliches Engagement hat viele Gesichter

Foto: KSH München

Birgit Schaufler hat eine Professur für Pädagogik an der Katholischen Stiftungshochschule München inne und ist seit Januar 2022 deren erste weibliche Präsidentin. Sie ist unter anderem Mitglied im Aufsichtsrat des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising, engagiert sich im Vorstand des Landesverbandes katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen in Bayern (LVkE) und im Kuratorium der Katholischen Akademie für Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen in Bayern. 2022 ist sie als Einzelpersönlichkeit in das Landeskomitee der Katholiken berufen worden. Fragen von Zukunftsgestaltung und die Beziehungen zwischen den Generationen liegen ihr besonders am Herzen.

1) Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich im kirchlichen Bereich?

Kirche ist in meiner idealen Vorstellung eine Gemeinschaft gläubiger Menschen, die sich als Brüder und Schwestern verstehen. Im Füreinander-Einstehen, in der gegenseitigen Ermutigung sowie der tätigen Hilfe realisiert sich das geschwisterliche Miteinander, welches eine solidarische Gemeinschaft charakterisiert. Wo es mir möglich ist, will ich meinen Teil dazu beitragen – beruflich und im Ehrenamt.

2) Wie sind Sie zu Ihrem freiwilligen Engagement gekommen?

In meiner Kindheit wurde mir vorgelebt, dass man sich für das Gemeinwesen einsetzt und bedürftige Menschen unterstützt. Als Kind für die ältere Nachbarin einkaufen, als Jugendliche die Gemeindefeste mitorganisieren und sich später im Elternbeirat oder in politischen Gremien engagieren. Was im Kleinen begann, habe ich später auf anderen Ebenen ganz bewusst weitergeführt. Ich schöpfe Sinn und ziehe Kraft daraus, mich gemeinsam mit anderen für Menschen oder eine Sache stark zu machen, weil ich erlebe, wie fruchtbar und lohnend es ist, wenn Menschen „guten Willens“, aus ganz unterschiedlichen Kontexten, ihre Erfahrungen, Talente und Netzwerke zusammenführen.

3) Was beschäftigt Sie im Moment?

Angesichts der vielfältigen und nie gedachten Umwälzungen der jüngeren Zeit, nehme ich wahr, wie ehemalige Gewissheiten ins Wanken geraten. Als Vertreterin der Baby-Boomer-Generation überlege ich, welche Zumutungen wir den Jüngeren hinterlassen und ob wir sie nicht besser auf die Unwägbarkeiten des Lebens hätten vorbereiten können. Krieg, Armut, Umweltzerstörung – wir sind weit entfernt von einer friedlichen und gerechten „heilen“ Welt. Wie können wir Mut fassen und Hoffnung vermitteln? Doch nur in der Gemeinschaft, in welcher sich die Einzelnen beheimatet fühlen dürfen, sie in Würde leben können, ihnen Kraft zuwächst und sie ihre Weltverbesserungspotentiale entfalten können.

4) Was wollen Sie bewegen?

Nächstenliebe, Respekt und ein aktives Miteinander - um dem Bild einer gerechten Welt nahezukommen, müssen wir das unsere dazu beitragen. Die Überzeugung, dass es gelingen kann, möchte ich fortentwickeln und teilen. Sie leitet mich, auch wenn sie vor allem in den letzten Jahren durch die Weltferne und den Machtmissbrauch innerhalb der Kirche auf den Prüfstand gestellt wurde. Die christlichen Werte tragen die Zukunft in sich, sofern sie die Lebenswirklichkeit der Menschen reflektieren.

5) Kirchliches Engagement hat Zukunft, weil…

gemeinschaftliches Denken und Handeln in dieser als unsicher erlebten Zeit des Umbruchs Halt und Sinn vermitteln. Christinnen und Christen müssen und können in gläubiger Zuversicht, kritisch-konstruktiver Auseinandersetzung und tätigem Miteinander die Welt von morgen mitgestalten.


Verfasst von:

Gemeinde Creativ

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