Das Magazin für engagierte Katholiken

Ausgabe: November-Dezember 2023

Informationen

ADVENIAT Weihnachtsaktion 2023

"Flucht trennt. Hilfe verbindet.“ – Unter diesem Motto lädt das Lateinamerika-Hilfswerk zur diesjährigen Adveniat-Weihnachtsaktion und zur tätigen Solidarität ein. Migration ist ein Thema, das uns seit vielen Jahren auf der ganzen Welt beschäftigt. Im Rampenlicht der deutschen Öffentlichkeit stehen die Menschen aus Asien und Afrika, die unter lebensbedrohlichen Umständen versuchen, nach Europa zu kommen. Zerbrochene Boote und Leichen an der Mittelmeerküste erschrecken uns immer wieder von neuem. Gleichzeitig ist das Leid vieler Millionen von Migrantinnen und Migranten aus und in Lateinamerika und der Karibik in Deutschland relativ unbekannt: es handelt sich dabei um Menschen, die vor Elend, Hunger, Gewalt und Perspektivlosigkeit innerhalb ihrer eigenen Länder oder auf der Suche nach besserem Leben in andere Länder des Kontinents flüchten. Immer wieder sterben dabei Menschen.

Dein Reich komme“ (Adveniat regnum tuum) – das mag eine der Vaterunser-Bitten sein, die nicht auf den ersten Blick konkret ansprechen. Aber wir dürfen in diese Bitte die Sehnsucht nach Heimat und endgültigem Ankommen legen. Wir dürfen mit diesen Worten Gott um Gerechtigkeit und um Lebensmöglichkeiten für alle, besonders die Schwachen, anflehen. Mit diesem Gebet sprechen wir denjenigen aus dem Herzen, die die diesjährige Adveniat-Aktion in den Mittelpunkt stellt, all jene, die auf der Flucht sind, aus ihrer Heimat vertrieben von Krieg, Not und Perspektivlosigkeit.

Auf dem Weg zur Krippe …

In Lateinamerika sind viele Menschen unterwegs – viele Millionen von Menschen. Sie sind auf der Flucht vor Hunger, Elend, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Entweder suchen sie als Binnenflüchtlinge im eigenen Land ein besseres Leben, oder aber sie versuchen es in einem anderen Land. Ohne Geld und mit wenig Habseligkeiten machen sie sich auf den Weg, mit Kindern an der Hand oder auf dem Arm. Vor Regen und Unwetter können sie sich entweder gar nicht oder nur mit dem Blatt einer Bananenstaude schützen; die wenigsten haben einen Schirm. In der Mitte des Bildes sehen wir Maria und Josef, zusammen mit dem Neugeborenen. Diese „Krippe“ besteht gerade nur aus ein paar Pfählen und einer darüber gelegten Plane, die vor dem Regen schützt.

Gott wird in Jesus bei den Migrantinnen und Migranten Mensch, inmitten der Armut und Perspektivlosigkeit, inmitten schrecklicher Gewalt und angesichts des Todes. Gott ist hier, an ihrer Seite und er begleitet sie. Mit diesem Glauben und dieser Kraft sind sie nicht mehr allein. Gott schenkt ihnen in Jesus Würde und würdevolles Leben. Mit dem menschgewordenen Gott, mitten unter ihnen, können die Migrantinnen und Migranten aufrechten Ganges weitergehen. Gehen wir mit ihnen? Reichen wir ihnen die Hand? Helfen wir mit, damit Weihnachten spürbar wird?

Adveniat – gemeinsam mit den Menschen in Lateinamerika und in der Karibik

Seit über 60 Jahren steht Adveniat mit Gebet und Tat solidarisch an der Seite der armen Menschen in Lateinamerika und in der Karibik. Damit folgt Adveniat dem Beispiel Jesu, der die Armen, Ausgegrenzten und Unterdrückten in den Mittelpunkt seiner Verkündigungspraxis stellt. Jesus sagt sogar: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Matthäus 25, 40). Der Arme ist also nicht das „Opfer“ meiner – scheinbaren – Mildtätigkeit und Güte, sondern der Ort meiner Begegnung mit Gott! Und mein Verständnis, meine Hilfe, meine Liebe zu den Armen ist ein Ausweis meines Verhältnisses zu Gott: Wir können nicht „fromm“ sein und gleichzeitig die Bedürftigen missachten. Unsere Hilfe zielt darauf, Selbsthilfe zu ermöglichen, und unser Ziel ist ein Stück schon erreicht, wenn der Hilfsbedürftige selbst zum Helfer wird. Hierfür brauchen Adveniat und seine Partnerinnen und Partner Ihr Gebet, Ihre solidarische Unterstützung UND Ihren Beitrag in Ihrem täglichen Verhalten, indem Sie die Umwelt und die Naturressourcen schonen und für Produkte aus den Ländern einen Preis bezahlen, der den Menschen in Lateinamerika und der Karibik ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. (pm)

Material zur Weihnachtsaktion von Adventiat kann hier heruntergeladen werden.


Besser zusammenarbeiten, gemeinsam ins Gespräch kommen

Erst Stimmzettel-Zählerinnen, dann Spiele-Testerinnen: Pfarrgemeinderätinnen aus Lenting probierten im Pfarrgarten das neue Fragekartenset aus dem diözesanen Innovationskreis aus. Foto: Erik Händeler

Von Erik Händeler, Freier Publizist

Es ist Zeit, miteinander zu reden. Sowohl über Inhalte als auch über Beziehungen. In der Pfarrei, im Pfarrgemeinderat, im Seelsorgeteam, in den Ordinariatsabteilungen.

 

Lebendiger Glaube entsteht durch Austausch. Eine lebendige Kirche entsteht durch Kommunikation. Zuviel Energie wird nicht für das Evangelium freigesetzt, weil sie gehemmt ist durch Befürchtungen, etwas Falsches zu sagen, durch die vermeintliche „Schere im Kopf“, durch Resignation („bringt eh nichts“), durch ungeklärte Verletzungen, durch Kompetenzgerangel und persönliche Befindlichkeiten – die aber alle nicht im Sinne der Aufgabe sind, die Frohe Botschaft in die Gesellschaft hinein zu den Menschen zu tragen.

Um einen starken Glauben zu haben, ist es wichtig, Selbstverständlichkeiten immer wieder neu zu hinterfragen und  mit neuen Erkenntnissen in eigenen Worten neu zu formulieren.

Deswegen hat Erik Händeler im Innovationskreis der Diözese Eichstätt Fragenkarten zusammengestellt, um in seinem Umfeld über Glauben und Beziehungen ins Gespräch zu kommen.

Unsichtbare Machtstrukturen und unsichtbare Interessen

Es gibt unausgesprochene Interessen, neben den sichtbaren auch unsichtbare Machtstrukturen. Menschen haben unterschiedliche Vorstellung von Höflichkeit. Dieselben Worte können für unterschiedliche Menschen unterschiedliches bedeuten. Es gibt Missverständnisse. Oft liegen das, was jemand sagt, und das, was jemand tut, auseinander.  Es wird auf Verantwortliche geschimpft, die von Missständen aber gar nichts wissen. Konflikte existieren, werden aber nicht offengelegt und gelöst, weil es an der nötigen Konfliktkultur mangelt, die oft nicht inhaltsorientiert ist, sondern sich an Macht und persönlicher Beziehung orientiert. Gespräch, auch kritisches Gespräch, ist Wertschätzung. Kann es durch diese Fragen zum Streit kommen? Ja, aber dadurch werden vorhandene Konflikte aufgedeckt, geklärt und hinterlassen im Idealfall ein stärkeres Team und eine stärkere Gemeinde. Jesus sagt, er sei „nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert“, also die Auseinandersetzung: Nicht um Friede-Freude-Eierkuchen geht es im Leben, sondern darum, seine Haltungen zu klären, sich zu positionieren, zu entscheiden.

Jedes Gespräch verändert

Es gibt keinen Druck: Manche Fragen sollte man für sich alleine klären, andere als Pfarrei oder Team. Viele Fragen sind so persönlich, dass man sie sich nur selbst beantworten kann. Niemand muss eine Frage beantworten. Wer dann seinen eigenen Standpunkt neu durchdacht hat, kann ihn dann auch mit anderen besser teilen. Andere Fragen dienen dem Zweck, dass eine Gruppe besser zusammen wirken kann. Die Fragen sollen Katalysator sein, sich selber und die anderen besser kennenzulernen, damit in einem Team die Stärken von jedem gemeinsam genutzt werden kann.

Bei welchen Gelegenheiten bekommen wir Leute ins Gespräch? Das kann die Klausurtagung des neugewählten Pfarrgemeinderates sein, die Teamsitzung der Seelsorgeeinheit mit den Planungen für das kommende Jahr, aber auch die Zusammenkunft nach dem Gottesdienst oder bei einem Adventscafé.

Wer stellt wem welche Fragen? Am besten, die Karten werden verdeckt auf einem Tisch verteilt. Jeder nimmt sich eine, liest sie vor, antwortet, während die anderen dazu etwas sagen können. Stumm bleiben ist auch in Ordnung, denn auch mithören und mitdenken lösen Veränderungen aus.

Sinnvoll ist auch, wenn jede Gemeinschaft die Karten um eigene Fragen erweitert und sie zusammen mit ihren Erfahrungen an den Innovationskreis der Diözese Eichstätt zurückmeldet, damit auch andere davon profitieren.

Die Karten können Sie hier herunterladen.

Weitere Informationen finden Sie unter Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt: Leseprobe-Details (kirchenzeitung-eichstaett.de)

Über die Rückmeldung über Erfahrungen mit den Fragen freuen wir uns:

haendeler@aol.com, konzeption@bistum-eichstaett.de.

 


Trostkoffer

„Wie können wir Kinder und Familien in Trauersituationen unterstützen?“ Diese Frage stellten sich Religionslehrerin Stefanie Witte und Pastoralreferent Martin Kienast und entwickelten gemeinsam den Trostkoffer. Nach dem Urteil der Jury des Bonifatiuswerkes gibt der Koffer auf die obige Frage eine gelungene Antwort und wurde deswegen 2022 mit dem 2. Bonifatiuspreis für innovative Pastoral ausgezeichnet.

Zielgruppe des Koffers sind Familien mit Kindern im Altern von drei bis 12 Jahren. Der Koffer, der an betroffene Familien ausgeliehen wird, will die Eltern in der Trauersituation, die oft von Sprachlosigkeit und innerer Lähmung geprägt ist, nicht allein lassen.

Wenn die Familien den Koffer mit ihren Kindern öffnen, wird ihnen als erstes der Engel Charli auffallen. Der Engel Charli ist eine Art Trostpuppe und darf in der Familie bleiben. Weiter zu finden sind in dem Koffer ein Begleitheft, Bücher und Bilderbücher für Kinder und Erwachsene mit Sachinformationen zum Thema Trauer bei Kindern und einige Methoden, die helfen können, Trauer auszudrücken und miteinander zu teilen. (bra)

Der Trostkoffer kann nicht fertig bestellt werden, sondern wird zum Beispiel von einem Pfarrbüro fertiggestellt. Die Anleitung und weitere Infos findet man unter www.trostkoffer.de.

 


Werkbrief „Sterben – Tod – Trauer“

Die Katholische Landjugenbewegung Bayern (KLJB) veröffentlicht einen neuen Werkbrief mit dem Titel: „Sterben, Tod, Trauer – meine Wege, deine Wege, unser Leben!“

„In unserer Gruppe ist letztens jemand verstorben und wir waren alle ziemlich ratlos und hilflos. Könnt ihr nicht mal einen Werkbrief zum Thema „Trauer“ machen?“

Dieser Satz war der Auslöser für den neuen Werkbrief. Schnell wurde dabei deutlich, dass sich Trauer nicht nur auf den Tod eines nahestehenden Menschen bezieht. Trauer ereignet sich, wenn wir jemanden oder etwas verlieren. Das kann die Kette der Oma sein, die ich zur Erstkommunion bekommen habe, eine Freundschaft, den Job, einen Traum oder eben auch einen Menschen, der mir ans Herz gewachsen ist. Trauer ist eine natürliche und heilsame Reaktion auf einen Verlust. Sie kennt so viele Gesichter und Wege, wie es Menschen gibt. Diese Vielfalt wird auch im Werkbrief deutlich. Methodenvorschläge entfalten das Thema und geben Anregungen für die Jugendarbeit vor Ort.

Der Werkbrief macht deutlich, dass es sich lohnt, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und die Trauer eine gute Wegbegleiterin zu einem erfüllteren Leben ist. (pm)

2023, 144 Seiten, 9 Euro.

Der Werkbrief kann unter www.landjugendshop.de bestellt werden.


Der Andere Advent

Was schenkt uns in der Advents- und Weihnachtszeit Kraft? Was kann sich entfalten, wenn ich fest verankert im Leben stehe? Denkanstöße zu diesen Fragen gibt Der Andere Advent. Der Adventskalender begleitet seine Leserinnen und Leser mit berührenden und überraschenden Geschichten und Gedichten durch die Advents- und Weihnachtszeit. In diesem Jahr sind unter anderem Texte von Herbert Grönemeyer, Eleanor Roosevelt, Rainer Maria Rilke, Marie Luise Kaschnitz und Michelle Obama dabei.

Mit dem Anderen Advent für Kinder erscheint der kindgerechte Adventskalender von Andere Zeiten. Hinter den auftrennbaren Seiten warten abwechslungsreiche Einladungen zum Mitmachen: Kinder im Grundschulalter können Barbarablüten basteln, Energiebällchen mixen oder eine Pop-up-Karte zum Verschenken gestalten. An den Samstagen geht es in der spannenden Vorlesegeschichte um den großen Wunsch eines kleinen Mädchens und die Sonntage knüpfen thematisch an die Sonntagsreihe im Anderen Advent für Erwachsene an. Auch die beliebten Cartoons von Ochs und Esel sind im Kinderkalender wieder dabei. (bra)

Unter www.anderezeiten.de/forum eröffnet am 2. Dezember um 18 Uhr wieder das Andere Zeiten-Adventsforum. Dort können sich Interessierte ohne Anmeldung vernetzen, über die Seiten des Anderen Advent diskutieren und Gedanken austauschen.

Der Andere Advent kostet 9,80 Euro (plus Versand) und kann hier bestellt werden: Andere Zeiten e.V., Fischers Allee 18, 22763 Hamburg, Telefon: 040/47 11 27 27,

Internet: www.anderezeiten.de/bestellen


50 Jahre Aktion für das Leben

Vor 50 Jahren waren es engagierte Frauen und Männer innerhalb der Laiengremien der katholischen Kirche, die die Initiative ergriffen und die Aktion für das Leben gründeten. Ihr Ziel damals war es, aktiv für den Schutz des ungeborenen Lebens einzutreten und dies über die konkreten Hilfen sichtbar zu machen. Auch nach 50 Jahren ist die Arbeit dieses unabhängigen gemeinnützigen Vereins wichtiger denn je, weil

  • sie Familien praktisch hilft, sich für ihre Kinder zu entscheiden und sie auch nach der Geburt des Kindes nicht allein lässt.
  • sie im Netzwerk mit den Schwangerschaftsberatungsstellen nicht mehr wegzudenken ist und oft die letzte Möglichkeit darstellt, Hilfe zu bekommen.
  • sie auch nach 50 Jahren ein glaubwürdiges Zeugnis für das Engagement von kirchlichen Verbänden und Einzelpersönlichkeiten für Familien und ihre Kinder ist.
  • die Diskussionen um eine Neugestaltung des §218 wieder auf die Tagesordnung der Politik kommen, und wir unsere gesamte, langjährige Erfahrung in der Hilfe für Frauen und Familien einbringen müssen.

In diesem Sinne kann der 50. Geburtstag der Aktion für das Leben ein neuer Ansporn sein für die weitere Arbeit. (SWM)


Verfasst von:

Gemeinde Creativ

Das Redaktionsteam