Das Magazin für engagierte Katholiken

Ausgabe: Januar-Februar 2024

Kolumne

Aus dem Häuschen geraten

Foto: Tatsiana / Adobe stock

Im jetzigen Heim wohnen und am künftigen bauen ...

Trautes Heim, Glück allein. Der Traum vom Eigenheim. Die Immobilie. Eine große Sache, ein Fixstern für viele Menschen. Das eigene Häuschen in der Stadt oder im Grünen. Das eigene Dach über dem Kopf – kann uns auch ziemlich klamm machen. Falsch geplant. Übernommen. Strapazierte Finanzen. Vor allem macht es uns aber eines, wie der Name Immobilie anklingen lässt: ziemlich unbeweglich, oder nicht?

Ein Immobilienmakler makelt Immobilien. Aber ein Zitronenfalter, so heißt es, faltet keine Zitronen. Und Immobilien machen uns – unbeweglich! Eine Immobilie kann man nicht eben mal wieder zusammenfalten, um dann weiterzuziehen. Eine Immobilie hält, was ihr Name verspricht, sie macht uns unbeweglich. Das Haus wird hochgezogen, verputzt, herausgeputzt. Wir sitzen ebenso herausgeputzt darinnen und lugen nach draußen. Trautes Heim, Glück allein? Idylle pur – vermeintlich und vermeidlich. Viele sitzen in ihrem Palast und sind unglücklich. Weil sie unbeweglich geworden sind. Ihr ganzes Geld ist ins Häuschen geflossen. Sesshaft und unabhängig wollte man sein, fühlt sich aber klamm – finanziell und innerlich obendrein. Eine irdische Angelegenheit ist das, die Sache rund ums leidig-liebe Wohnen. Da wird vorgesorgt mit Immobilien, Alters- oder Zweitwohnsitzen.

Aber was ist, wenn uns der Winter des Lebens überfällt, wenn uns eine Not richtig durchschüttelt? Woran halten wir uns fest, wenn wir bis auf unsere Grundfesten erschüttert werden, wer hält seine Hand über uns? Eines ist klar, das vermag kein irdisches Dach zu leisten. Hier braucht es eine unerschütterliche Tragfähigkeit. Besinnen wir uns deshalb darauf, was wirklich zählt, jetzt und später! Hier dürfen wir nicht zu kurz denken. Bei all unseren Eigenheimplanungen sollten wir Christen an unseren künftigen Aufenthaltsort denken – wo wir wohnen werden, wenn unsere irdische Zeit abgelaufen sein wird. Wo wir die Ewigkeit verbringen werden. Es geht nicht um Sachen, es geht um Beziehung. Es geht um die eine Beziehung zu und mit Jesus Christus. Wir Christen brauchen einen breiteren Planungshorizont – den Glaubenshorizont. Im Matthäusevangelium in Kapitel 6 wird uns aufgetragen, nicht auf irdische, sondern auf himmlische Schätze zu setzen. Klar dürfen wir uns an irdischen Dingen erfreuen, nur dürfen sie unser Herz nicht gefangen nehmen. Wir müssen frei bleiben für Wichtigeres. Im Kolosserbrief geht es im Kapitel 3 um unseren christlichen Lebensstil.

Wir sollen uns ganz auf Gottes himmlische Welt ausrichten; nicht auf das, was die irdische Welt ausmacht. Das müssen wir kapieren. Als Christen sind wir nicht von dieser Welt, wir gehören Gott. Wir leben gegenwärtig in dieser Welt und müssen freilich irgendwo unterkommen, sprich wohnen. Das ist okay, soweit wir unseren Besitz, unser Haus, Hab und Gut nicht zu unserem Gott machen. Wir sollen auf Jesus Christus schauen. Im Johannesevangelium in Kapitel 14 sagt er uns, dass es im Hause seines Vaters viele Wohnungen gebe. Wenn es nicht so wäre, hätte er es uns nicht verheißen, eine Stätte zu bereiten. Also machen wir uns nichts vor, ob in der Prachtimmobilie oder im Plattenbau – irgendwann ist unsere irdische Adresse nicht mehr gültig. Deshalb sollten wir im Diesseits auf eine künftige Adresse bauen, indem wir unsere Lebenssache mit Jesus Christus machen. 


Verfasst von:

Diana Schmid

Freie Autorin