Das Magazin für engagierte Katholiken

Ausgabe: Juli-August 2025

Aus dem Landeskomitee

Gemeinsam gestalten – Kampagnenstart

Das Plakat präsentiert acht zentrale Bildmotive, die unterschiedliche Aspekte kirchlichen Lebens und Engagements symbolisieren. Bild: Landeskomitee

Pfarrgemeinderatswahl 2026 in Bayern

Am 1. März 2026 wählen die Katholikinnen und Katholiken in Bayern neue Pfarrgemeinderäte. Die bayernweite Kampagne “Gemeinsam gestalten gefällt mir” ruft zur Beteiligung auf und stellt vielfältige Materialien zur Verfügung.

Am Sonntag, 1. März 2026, ist es wieder so weit: In allen sieben (Erz-)Diözesen Bayerns werden die Pfarrgemeinderäte neu gewählt. Damit haben mehr als fünf Millionen Katholikinnen und Katholiken im Freistaat die Möglichkeit, das Gesicht ihrer Kirche vor Ort mitzugestalten. Die Freisinger Bischofskonferenz hat den Wahltermin bereits im November des vergangenen Jahres festgelegt – und mit dem Kampagnenstart ist nun auch der öffentliche Auftakt erfolgt.

Unter dem Motto Gemeinsam gestalten gefällt mir startet die bayernweite Aktion, die Lust machen soll auf Beteiligung, Verantwortung und Gemeinschaft. Sie ruft dazu auf, sich zur Wahl zu stellen – oder mit der eigenen Stimme Verantwortung für die kirchliche Zukunft vor Ort zu übernehmen.

Kirche lebt vom Mitmachen

Pfarrgemeinderäte sind keine bloßen Beratungsgremien, sondern tragen in vielen Pfarreien konkrete Verantwortung: in der Liturgie, in sozialen Projekten, in der Bildungsarbeit, bei der Gestaltung pastoraler Prozesse. Dabei geht es nicht nur um Aufgaben, sondern um ein gemeinsames Hinhören auf das, was Christsein heute bedeutet – in der Nachbarschaft, in der Gemeinde, in der Gesellschaft.

Gerade in einer Zeit, in der die katholische Kirche mit tiefgreifenden Veränderungen und Vertrauensverlusten konfrontiert ist, sind engagierte Christinnen und Christen wichtiger denn je. Die Pfarrgemeinderatswahl 2026 ist ein Zeichen: für gelebte Synodalität, für Mitverantwortung und für eine zukunftsfähige Kirche vor Ort.

Die Wort-Bild-Marke mit dem Leitmotiv „Gemeinsam gestalten“ bringt auf den Punkt, worum es in der Kirche vor Ort geht: Anpacken, mitmachen, Verantwortung übernehmen. Kirche ist kein fertiges Konstrukt, sondern lebt davon, dass Menschen sich einbringen, Ideen entwickeln und aktiv werden.

Hintergrund:

Theologisch verbindet die Wort-Bild-Marke das ekklesiologische Leitbild des II. Vatikanischen Konzils mit der Sprache digitaler Kultur. Lumen Gentium (10-12) beschreibt die Kirche als communio, in der alle Gläubigen durch Taufe und Firmung an der Sendung Christi teilhaben.

Die Gestaltung der Marke ist offen, lebendig und vielseitig – genau wie das Engagement in den Pfarrgemeinden. Die Mehrfarbigkeit steht für Vielfalt, die klare Typografie für eine Kirche, die verständlich und zugänglich sein will. Das „Gefällt mir“ verbindet die digitale Welt mit dem realen Engagement vor Ort: Es drückt Zustimmung aus, aber auch einen persönlichen Impuls – „Ja, ich bin dabei“.

Hintergrund:

Theologisch ist es noch vielschichtiger: Es erinnert an die Zustimmung zur eigenen Berufung. Die Marke macht sichtbar, was die Würzburger Synode für die Pfarrgemeinderäte betonte: Das Laienapostolat (Apostolicam Actuositatem 2-3) ist kein bloßes Ehrenamt, sondern Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung aller Getauften für die Kirche und die Welt.

Über die Wahl hinaus bleibt die Wort-Bild-Marke ein starkes Symbol für gelebte Mitverantwortung in der Pfarrei. Ohne den Zusatz mit dem Wahldatum kann sie während der gesamten Wahlperiode als Logo dienen – für Aktionen, Veranstaltungen oder als Erkennungszeichen für alle, die Kirche aktiv mitgestalten.

Materialien und Motive für alle Pfarreien

Um die Pfarrgemeinden bei der Vorbereitung der Wahl zu unterstützen, stellt das Landeskomitee der Katholiken in Bayern gemeinsam mit den Diözesanräten umfangreiche Materialien zur Verfügung. Sie reichen von klassischen Plakaten und Stickern über digitale Logos bis hin zu Bierdeckeln.

Auf der offiziellen Website www.pgrbayern.de  stehen alle Vorlagen kostenlos zum Download bereit. Auch Bestellungen von Druckmaterialien sind möglich unter www.pgrwahl2026.de. So kann jede Pfarrei ein eigenes Gesicht zeigen – im gemeinsamen Rahmen einer bayernweiten Aktion.

Bildmotive, die Geschichten erzählen

Die Kampagne zur Pfarrgemeinderatswahl 2026 in Bayern präsentiert acht zentrale Bildmotive, die unterschiedliche Aspekte kirchlichen Lebens und Engagements symbolisieren:

  • Laterne: Ein Erwachsener zündet einem Kind eine Laterne an – Symbol für Hoffnung, Wärme und die Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation.
  • Kirchenchor: Menschen unterschiedlichen Alters singen gemeinsam – Ausdruck von Gemeinschaft, Vielfalt und gelebtem Glauben durch Musik.
  • Pilgern: Eine Gruppe ist gemeinsam unterwegs – steht für Aufbruch, Gemeinschaft und das gemeinsame Unterwegssein im Glauben.
  • Lagerfeuer: Menschen verschiedener Generationen sitzen um ein Lagerfeuer – Ort des Austauschs, der Freundschaft und des Zusammenhalts.
  • Weihrauchfass und Drohne: Ein Ministrant hält eine Drohne mit einem Weihrauchfass – Verbindung von Tradition und Moderne, Offenheit für neue Ausdrucksformen des Glaubens.
  • Abstimmung: Menschen beteiligen sich an einer Abstimmung – Symbol für Mitbestimmung, Verantwortung und gelebte Demokratie in der Kirche.
  • Baumpflanzung: Ein Kind pflanzt einen Baum – Zeichen für Hoffnung, Verantwortung für die Schöpfung und nachhaltiges Handeln.
  • Essensausgabe: Menschen geben Essen aus – steht für gelebte Nächstenliebe, Solidarität und soziale Verantwortung.

Diese Motive laden dazu ein, sich mit den vielfältigen Facetten kirchlichen Engagements auseinanderzusetzen und die eigene Rolle in der Gemeinschaft zu reflektieren.

Wer darf wählen, wer kann kandidieren?

Aktives und passives Wahlrecht für die Katholikinnen und Katholiken variieren in den bayerischen (Erz-)Diözesen zwischen 14 und 16 Jahren. Die Amtszeit beträgt in der Regel vier Jahre. Gewählt wird in der Regel in Urnenwahl, manche Pfarreien bieten zusätzlich eine Briefwahl oder eine Online-Wahl an. Auch hier stehen die Diözesanstellen beratend zur Seite.

Synodalität beginnt im Kleinen

Was der Synodale Weg für die Kirche auf nationaler Ebene anstößt, soll in den Pfarrgemeinden konkret werden: aufeinander Hören, Beteiligung stärken, Verantwortung teilen. In einem der Beschlüsse des Synodalen Weges heißt es:

„Die Synodalität der Kirche ist mehr als die Kollegialität der Bischöfe. Zum synodalen Moment in der Kirche gehört ein neues Miteinander aller Getauften und Gefirmten.“

Die Pfarrgemeinderatswahl ist ein Schritt, um dieses Miteinander zu leben. Wer kandidiert oder mitwählt, bekennt sich zu einer Kirche, die offen ist für den Dialog, bereit für Veränderungen und getragen von vielen Schultern.

Jetzt ist die Zeit

Die Kampagne Gemeinsam gestalten gefällt mir will motivieren: mit starken Botschaften, kreativen Formaten und konkreten Hilfen. Vor allem aber lebt sie vom Engagement der Menschen vor Ort – in jeder einzelnen Pfarrei, von allen, die mitgestalten wollen.

Es ist an der Zeit, sich einzubringen – für eine Kirche, die Zukunft hat. Die Pfarrgemeinderatswahl 2026 ist eine Einladung an alle Getauften: zur Verantwortung, zur Hoffnung und zur Freude am Miteinander.

Mehr Infos unter www.pgrbayern.de  

Für Materialbestellungen seitens der Pfarrgemeinden: www.pgrwahl2026.de


Verfasst von:

Hannes Bräutigam

Redaktionsleiter