Das Magazin für engagierte Katholiken

Ausgabe: Juli-August 2025

Schwerpunkt

Nachdenken über (mein) Sterben, Tod und Begräbnis

Pfarrer Manfred Brandlmeier begleitet Menschen seelsorglich auf ihrem letzten Weg. Foto: privat

Was kommt auf mich zu, wenn das Leben zu Ende geht? Gedanken zu einem bewussten Umgang mit Sterben, Tod und Bestattung – und zur seelsorglichen Begleitung in dieser letzten Lebensphase.

Vor dem Sterben und dem Tod haben wir vielleicht die größte Angst. Die einen möchten gerne „einschlafen“ und nicht mehr aufwachen. Dem anderen wäre ein schneller Tod recht. „Bloß kein langes Leiden“, sagen viele. Wenig davon haben wir in der Hand, aber eine äußere und innere Vorbereitung auf den „Ernstfall“ Leiden, Sterben und Tod kann getroffen werden.

Die Krankensalbung, Beichte und Kommunion

Nicht erst in letzter Minute mit dem Empfang der Sakramente warten – in ihnen berührt und stärkt uns Gott. Im vertraulichen Gespräch kann eine Lebensbeichte abgelegt werden: „… der Dienst der Kirche schenke dir Vergebung und Frieden …“. Stirn und Hände salben zu lassen, bedeutet auch: Salböl für die Seele. Der Priester spricht: „Durch diese Heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen. Er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes.“ Die Heilige Kommunion ist Wegzehrung für die letzte irdische Etappe.

Würdevolles Sterben begleiten

Ob im Krankenhaus, mit palliativer Begleitung, im Hospiz, zu Hause oder im Pflegeheim – würdevoll sterben möchten wir alle. Wann medizinische Maßnahmen eingestellt werden, sollte mit einer Patientenverfügung, dem Hausarzt, Bevollmächtigten und der Heimleitung rechtzeitig geklärt werden. Die palliative Versorgung in Kliniken und die Zahl der Hospizplätze werden zunehmend ausgebaut. Zu Hause können sich Angehörige Hilfe durch ambulante Palliativ- oder Hospizdienste holen. Mobile Pflegedienste, gute Heime und Seelsorgende begleiten Pflegebedürftige, Schwerkranke und Sterbende.

Häufig geraten Angehörige in Aktionismus, wenn der Tod eines Menschen eingetreten ist. Nehmen Sie sich bewusst Zeit, um Abschied zu nehmen. In vielen Bundesländern ist es erlaubt, einen Verstorbenen 36 Stunden zu Hause aufzubahren. Nachbarn, Verwandte und Freunde können informiert werden und Abschied nehmen.

Die Erdbestattung im Sarg ist die traditionelle Bestattungsform für Katholikinnen und Katholiken. Sie erfolgt meist zeitnah, während sich Urnenbeisetzungen oft um Wochen verzögern – denn die Zahl der Kremationen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Halten Sie schriftlich fest, wie Sie bestattet werden möchten.

Die Feier der Seelenmesse

Jedes vollgültige Mitglied der Kirche hat Anspruch auf eine Seelenmesse, ein Requiem (vgl. Codex Iuris Canonici, can. 1176 §1). Dabei kann der Sarg in die Kirche gebracht werden. In vielen Pfarrgemeinden wird regelmäßig ein Monatsrequiem gefeiert, bei dem für mehrere Verstorbene namentlich gebetet wird.

 Manche zögern, doch das Trauermahl hat eine gute Tradition. Es tröstet, nach der Beisetzung gemeinsam zu essen und zu sprechen. Bilder, Geschichten und Anekdoten können ausgetauscht werden – ein Zeichen lebendiger Erinnerung.

Beten und danken – eine spirituelle Haltung des Abschieds

Lassen Sie mit zunehmendem Alter das Thema „Sterben und Tod“ an sich heran. Beten Sie täglich für Menschen, die Sie im Herzen tragen, und für jene, die das Gebet besonders brauchen. Und beten Sie schließlich für sich selbst, danken Sie Gott für alle Wohltaten und bitten Sie um eine gute Sterbestunde:

„Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.“


Verfasst von:

Pfarrer Manfred Brandlmeier

Pfarrvikar in der Pfarrei Christi Himmelfahrt und im Pfarrverband Trudering, München