Das Magazin für engagierte Katholiken

Ausgabe: Juli-August 2025

Kolumne

Vor dem Ableben für Ruhe sorgen

Foto: WHITEWAY / istock

Vom Kreuz mit dem Strich – Durchkreuzungen streichen

Weichen stellen, damit schon vorher Ruhe einkehrt. Das ist entscheidend auch für die Zeit danach. Warum um alles in der Welt werden Ruhe und Frieden dem Friedhof zugeschrieben? Es ist wichtig, dass wir in diesem Leben unseren Frieden machen, mit Gott, mit uns, mit unseren Mitmenschen. Das ist, nebenbei bemerkt, das Doppelgebot der Liebe. Zugegeben, immer wieder eine Herausforderung. Doch eine ganz wichtige Sache, jeden Tag aufs Neue! Wie sollten wir denn im Frieden aus diesem Leben scheiden, wenn wir ihn zeitlebens Lebens nicht gemacht haben – mit Gott, uns selbst, unseren Mitmenschen? Das ist das Wichtigste – das wichtigste Gebot und das Wichtigste im Leben. Nicht umsonst heißt es im Buch Sprüche Kapitel 4, Vers 23: „Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.“ Wir müssen das also anders herum denken. Nicht so dahinsagen, wie man das nach dem Tod von jemandem macht, dass derjenige in Frieden ruhen solle. „R. I. P. – rest in peace“. Nein, derjenige sollte zuvor in Frieden gelebt haben, seinen Frieden gemacht haben. Derjenige und wir alle. Machen wir das? Haben wir das schon gemacht? Wann werden wir das machen – unseren Frieden? In Psalm 34 Kapitel 15 treffen wir auf eine weitere Fundstelle, die uns sagt, worauf es ankommt: „Weiche vom Bösen und tue Gutes, suche den Frieden und jage ihm nach!“ Machen wir mal einen Kassensturz mit unserem Leben, eine Inventur, eine Untersuchung, was uns gegebenenfalls vom Herzensfrieden abhält. Es gilt, sämtliche Pfeile herauszuziehen. Auch die Dornen, ebenso die kleinsten Verletzungen. Sie richten uns zugrunde, wenn wir die zu nah an uns heranlassen, sie dauerhaft mit uns herumtragen, sie uns immerzu zu Herzen nehmen. Weg damit – ans Kreuz! Wir dürfen das alles an Jesus Christus abgeben. All unsere Sorge und Last dürfen wir auf Ihn werfen. Und mal ehrlich, bislang ist noch fast jede Sorge verflogen, hat sich in Luft aufgelöst. Verletzungen können zwar länger anhalten, aber das dürfen wir nicht zulassen. Auch sie müssen wir ans Kreuz bringen. Und schauen wir uns nun noch einen heilsamen „Schocker“ an. Es geht um eine Begebenheit, um ein starkes Bild, eine Analogie, die mal jemand geäußert hatte. Die lautet in etwa so: dass alles, was wir Negatives erleben, nach unserem Ableben nicht mehr ist, als der Strich auf unserem Grabeskreuz oder Grabstein. Das alles mündet ein in den Strich zwischen unserem Lebensbeginn und unserem Lebensende. Will uns also mal wieder jemand oder etwas in die Knie zwingen, dann halten wir es Jesus hin. Und gleich danach machen wir uns bewusst, dass das der Strich auf unserem Kreuz sein wird. Also lieber kein Kreuz aus dem Strich machen, sondern diese Durchkreuzung frühzeitig ans Kreuz bringen, ans tragende Kreuz von Jesus.   

Sorgen wir fortan für Ruhe – und zwar im Diesseits: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen in Christus Jesus.“ (Philipper Kapitel 4, Vers 7). Behüten wir unser Herz. Suchen wir den Frieden und jagen ihm nach. Nicht erst auf dem Friedhof.


Verfasst von:

Diana Schmid

Freie Autorin