Ausgabe: September-Oktober 2025
Gesichter des LandeskomiteesBegeistert sein
Kirchliches Engagement hat viele Gesichter
Sabine Slawik engagiert sich seit 2008 ehrenamtlich im Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB), zunächst im Diözesanvorstand im Bistum Augsburg, seit 2014 im Landesvorstand und parallel dazu acht Jahre im Bundesvorstand des KDFB.
Seit 2006 ist sie Mitglied im Sachausschuss „Mission, Gerechtigkeit, Frieden“ im Landeskomitee der Katholiken in Bayern.
Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich im kirchlichen Bereich?
Ehrenamtliches Engagement habe ich schon im Elternhaus als überwiegend positiv und vor allem sinnstiftend erlebt. Und auch außerhalb der Familie habe ich, egal ob im damaligen Kindergarten, der Schule, in den Jugendgruppen oder als 16-jährige Lektorin und Leiterin einer Pfarrbücherei, viele positive Erfahrungen machen können. Gelebte Ökumene war in unserer Pfarrgemeinde von Anfang an ein zentrales Moment. Von Kindesbeinen an habe ich viele schöne und gute Erfahrungen im kirchlichen Bereich machen. Und so war und ist es für mich nur folgerichtig, dieses Engagement in der jeweiligen Lebensphase angepasst und erweitert einzubringen. Dabei hat sich mein Engagement mit Blick auf die Lebenssituationen von Menschen im Globalen Süden fokussiert und hier sind mir Gleichberechtigung, Bildung und Bestärkung von Frauen und Mädchen in Gesellschaft, Politik und Kirche ein besonderes Anliegen. Zudem versuche ich auch hier, in meiner Heimat Deutschland, die Perspektive von Frauen einzubringen.
Wie sind Sie zu Ihrem freiwilligen Engagement gekommen?
Bei der diözesanen Misereoreröffnung 2008 in Augsburg brachte ich mich für den Frauenbund bei diversen Aktionen ein und wurde daraufhin für eine Wahl in den Diözesanvorstand vorgeschlagen und auch gewählt. Als Diözesanvorsitzende hatte ich unterschiedliche Bereiche zu betreuen, u.a. auch das Forum Internationale Frauenwelten. Und so kam eine interessante Aufgabe zur anderen dazu, wie die Mitarbeit im Sachausschuss des Landeskomitees, im Landesfrauenrat, in der Arbeitsgemeinschaft Weltgebetstag Bayern, und weitete sich letztlich auf die Deutschland- und Europaebene aus.
Was beschäftigt Sie im Moment?
Zum einen betrachte ich mit Sorge die vielen unterschiedlichen Krisenherde wie Kriege, Hungersnöte, die Zerstörung unserer Lebensräume, vielfältige Misshandlungen und Unterdrückungen, insbesondere von Frauen und Kindern weltweit. Dazu kommen die politischen Entwicklungen mit der Erstarkung des rechten Randes in Europa und die zunehmende Schere zwischen Arm und Reich.
Im kirchlichen Bereich, und dazu gehören für mich auch sehr stark die Verbände, beschäftigen mich die zunehmende Abkehr und Entfremdung durch institutionelle Veränderungen und sehe doch viele Menschen, die auf der Suche sind. Die Frauenfrage ist für mich ein zentrales Element. Und so sind wir hier alle gefordert, gemeinsam und synodal weitere Schritte nach vorne zu machen – ganz im Sinne des verstorbenen Papstes Franziskus, unseres jetzigen Papst Leo XIV. und der Weltsynode.
Was wollen Sie bewegen?
In der Diözese Augsburg wurde in einer engagierten Gruppe von Männern und Frauen ein Workshopkoffer zur Synode erarbeitet, durchgeführt und evaluiert. Und dieser Workshopkoffer soll nun eine große Verbreitung finden. Das synodale Miteinander in unseren Pfarrverbänden über alle Generationen und Bedürfnisse hinweg soll gestärkt oder auch erst bewusst eingeführt werden, denn nur so kann sich das Gesicht der Kirche verändern und/oder vieles bewusster in die Gesellschaft getragen werden. Weiterhin ist es in den internationalen Netzwerken wichtig, Wege in der Frauenfrage weiter zu entwickeln und zu gehen, denn letztlich wird diese für unsere Kirche sehr entscheidend sein.
Kirchliches Engagement hat Zukunft, weil…
wir Orte brauchen, an denen wir einer lauten und sich immer mehr in multiplen Krisen befindlichen Welt für einige Momente entfliehen können, zum Atem holen kommen und auch Gemeinschaft immer wieder neu erleben können. Wir alle leben von Begegnungen und Kirche mit all ihren vielfältigen Engagementmöglichkeiten hat dafür so vieles zu bieten, was auf ganz unterschiedliche Art und Weise Jung und Alt, Kind, Frau und Mann in allen Lebenswirklichkeiten Raum, Schutz und Halt geben kann.