Das Magazin für engagierte Katholiken

Ausgabe: November-Dezember 2025

Gesichter des Landeskomitees

Begeistert sein

Kirchliches Engagement hat viele Gesichter

Foto: Claudia Göpperl

Tobias Utters (47 Jahre) war in der vergangenen Legislaturperiode des Landeskomitees Mitglied im Sachausschuss „Soziale und caritative Fragen“. Seit 2025 ist er Delegierter für die Caritas in Bayern und Mitglied im Geschäftsführenden Ausschuss des Landeskomitees. Er engagiert sich seit seiner Erstkommunion in verschiedenen Rollen und Funktionen in „der Kirche“. Tobias Utters liegt besonders die Stärkung des Engagements und der Strukturen vor Ort am Herzen.

Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich im kirchlichen Bereich?

Mit einem Augenzwinkern könnte man sagen, ich habe mich nie schnell genug geduckt. Für mich war und ist kirchliches Engagement immer auch ein Stück Heimat gewesen, das direkt in der eigenen Umgebung wächst und das Gemeinschaft sowie einen positiven Blick auf die Welt erfahrbar macht. Mein Engagement ist auch eine Haltungsfrage: Natürlich kann man sich über den Zustand der Kirche, ihre Skandale und Eigenheiten beklagen, und das sollte man auch tun. Aber man sollte sich nicht zurückziehen und in Resignation verfallen. Mir war es immer wichtig, mich kritisch, aber konstruktiv einzubringen, nur dann kann sich etwas ändern. Schließlich sind wir gemeinsam auf dem Weg. Da möchte ich dort wirksam werden, wo es möglich ist. Das bedeutet für mich, ein Stück am Himmelreich mitzubauen.

Wie sind Sie zu Ihrem freiwilligen Engagement gekommen?

Ich bin in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen und für meine Eltern und Großeltern war die Kirche ein wichtiger Anknüpfungspunkt, an dem sie echte Freunde fürs Leben gefunden haben. Mir ging es ähnlich: als Ministrant in der Heimatpfarrei wird man irgendwann Gruppenleiter, übernimmt Verantwortung, wird in den Pfarrgemeinderat gewählt und so geht es dann dahin. Bis heute habe ich guten Kontakt zu den Leuten von damals und wir treffen uns regelmäßig. Beruflich bin ich bei der Caritas— dem katholischen Wohlfahrtsverband — gelandet und dort auf Landesebene neben vielen weiteren Themen auch für die Gemeindecaritas und das ehrenamtliche Engagement zuständig. Das Thema lässt mich also nicht los. Heute bin ich Kirchenpfleger meiner Heimatpfarrei — aber ich fürchte, das wird nicht mein letztes Ehrenamt gewesen sein.

Was beschäftigt Sie im Moment?

Einige Kopfzerbrechen bereitet mir die Finanz- und Personalsituation in den Kirchengemeinden. Zum einen nehme ich wahr, dass die Gemeinden immer größer werden, die Seelsorgenden immer mehr Aufgaben haben und sich mitunter schwer tun, die Fülle der Aufgaben und die Größe ihrer Seelsorgseinheiten gut zu bewältigen. Hier braucht es ehrenamtliches Engagement, das von den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gut unterstützt werden muss. Als Kirchenpfleger treibt mich auch die Finanzsituation um. Mit dem Rückgang der Kirchensteuermittel müssen die Pfarrgemeinden anders wirtschaften, wenn die Zuschüsse aus den Ordinariaten weniger werden oder ganz wegbrechen. Dafür brauchen sie ebenfalls Unterstützung sowie die Freiräume.

Was wollen Sie bewegen?

Mir geht es darum, wie wir auch in den gerade beschriebenen mageren Jahren vor Ort Rahmenbedingungen schaffen können, als Kirche vor Ort einladend für alle zu sein. Das kann manchmal schmerzhaft sein, gerade wenn man Bekanntes aufgeben muss oder Dinge anders macht als bisher. Aber es ist ein bisschen wie mit einem Rosenstock: von Zeit zu Zeit muss man trockene Äste abschneiden, damit er auch in Zukunft blühen kann.

Kirchliches Engagement hat Zukunft, weil…

… die Botschaft Jesu überzeugt und allen offen steht und es immer Menschen geben wird, die sich in diesem Engagement gegenseitig bestärken und daran wachsen.


Verfasst von:

Gemeinde Creativ

Das Redaktionsteam