Das Magazin für engagierte Katholiken

Ausgabe: November-Dezember 2025

Kolumne

Vorausschauend durchs Leben fahren

Foto: ALKIR / istock

Rückblick versus Frontalsicht

Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, blicken wir für gewöhnlich durch die große Windschutzscheibe hindurch. Die ist ziemlich breit und durchsichtig. Ebenso ist sie nach vorn gewandt, in Fahrtrichtung. Als Rückspiegel haben wir ein vergleichsweise kleines Set-up, links und rechts außen jeweils einen kleinen Spiegel sowie einen weiteren oben mittig über uns. Aber sobald wir einen Blick in den Rückspiegel werfen, nehmen wir unseren Blick weg vom vor uns liegenden Hauptgeschehen. Außerdem wirken die Größen- und Schnelligkeitsverhältnisse hinter uns, durch den Rückspiegel betrachtet, verzerrt. Und dann gibt es noch den toten Winkel. Leider kann der Name hier Programm sein oder zum Programm werden. Doch hoffentlich nicht! Deshalb sollte unser Blick stets vorausschauend sein, nach vorn gerichtet in Richtung unseres Ziels.

Das gilt auch für unser ganzes Leben. Erstens können wir nur dann ankommen, wenn wir uns auf ein Ziel ausrichten. Das setzt voraus, dass wir überhaupt eines haben. Sonst irren wir ziellos und ohne Orientierung durchs Leben. Und wenn wir dann zweitens Kurs nehmen auf unser Ziel, wenn wir uns auf den Weg machen, bringt uns der Blick nach vorn vorwärts. Wir sind einfach besser dran, wenn wir vorausschauend durchs Leben fahren – also mit einem Fokus, in die passende Richtung, mit dem Blick auf den laufenden Verkehr, sprich die uns umgebenden Situationen. Klar haben wir auch im groben Überblick, was neben uns läuft – und ab und an blicken wir nach hinten, das ergibt den Rundumblick. Doch würden wir immerzu nach hinten blicken, würde uns das die Sicht verbauen, wir würden nicht vorankommen, würden am Ziel vorbeischrammen oder gar einen Crash riskieren.

Auf der Autobahn mal kurz nach hinten zu spähen, wenn viel los ist, kann sogar dankbar stimmen. Beispielsweise dann, wenn wir gerade noch so durchgekommen sind, die Autobahn hinter uns gerade abgesperrt wird. Da kann man echt dankbar sein. Ebenso im Leben. Da können wir dankbar sein für Dinge, die uns erspart geblieben sind. Dankbar fürs Vorankommen. Dankbar für eine freie Fahrt. Doch damit diese Fahrt sicher und stetig vorangeht, dürfen wir nicht im Rückblick steckenbleiben. Wir müssen uns weiterbewegen. Wir brauchen den aufs Ziel ausgerichteten Blick. Wir brauchen die passende Richtung.

Wenn unser Lebensruder auf Jesus ausgerichtet ist, hat unser Leben diese Richtung. Es wird zwar immer noch Unangenehmes geben. Doch übergreifend peilen wir einen Kurs an, der uns durch sichere Geländekammern führt. Einen Kurs, von dem wir einst im Nachhinein sagen können, dass er sich gelohnt hat, weil er uns ans Ziel gebracht haben wird. Dafür genau lohnt sich ein Blick zurück, dann und wann, damit wir sicherstellen, dass wir nicht falsch abgebogen sind. Der Blick voraus verrät uns unseren Fokus: Was peilen wir an, sind wir noch auf Kurs? Also am besten heute die Koordinaten überprüfen – und dann heißt es: volle Fahrt voraus – mit Fokus, Freude und festem Ziel.


Verfasst von:

Diana Schmid

Freie Autorin