Ausgabe: März-April 2026
Gesichter des LandeskomiteesBegeistert sein
Kirchliches Engagement hat viele Gesichter
Katharina Vogt (42 Jahre) engagiert sich seit 2017 im Landeskomitee, als Delegierte für die Erzdiözese München und Freising, wo sie auch Mitglied im Vorstand des Diözesanrats ist. 2025 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden im Präsidium des Landeskomitees gewählt. Ihr liegt besonders die Weiterentwicklung der kirchlichen Strukturen am Herzen.
Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich im kirchlichen Bereich?
Kirche und Glaube sind für mich keine Konsumgüter, die man sich nur punktuell zu den Feiertagen „anschaut“. Kirche lebt davon, dass Menschen zusammenkommen, Gemeinschaft gestalten und gemeinsam etwas bewegen. Für mich ist das Ehrenamt daher die natürlichste Form, Teil der Kirche zu sein. Zudem möchte ich Dinge, die mich stören, nicht nur kritisieren, sondern aktiv mitgestalten. Echte Veränderung gelingt nur, wenn man sich selbst einbringt.
Wie sind Sie zu Ihrem freiwilligen Engagement gekommen?
Ich bin in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen, auch meine Eltern waren, seit ich denken kann, ehrenamtlich in der Gemeinde aktiv. Nach der Erstkommunion war der Weg zu den Ministranten und später in die Jugendarbeit für mich selbstverständlich. Über Gruppenleiterkurse führte mich der Weg in die Verbandsarbeit bei der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) auf Dekanats- und Diözesanebene. Durch die Ecuador-Partnerschaft der Erzdiözese München und Freising öffnete sich der Blick für die weltkirchliche Dimension, was mich schließlich in den Diözesanrat und ins Landeskomitee führte. Ich finde es bis heute faszinierend, wie unsere demokratischen Laienstrukturen aufeinander aufbauen und welche Gestaltungsmöglichkeiten sie auf jeder Ebene bieten.
Was beschäftigt Sie im Moment?
Seit meiner Wahl ins Präsidium liegt mein Fokus darauf, wie wir als Landeskomitee in dieser Amtsperiode klare Akzente setzen – besonders im Dialog mit der Politik und der Freisinger Bischofskonferenz, aber auch im Hinblick darauf, wie wir auf dieser Ebene eine Plattform bieten, um das ehrenamtliche Engagement der bayerischen Diözesen und der Verbände bestmöglich zu vernetzen. Gesellschaftlich blicke ich mit Sorge auf die zunehmende Polarisierung: Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weiter auseinander, und extreme politische Positionen erschweren den Konsens in der Mitte. Ich bin überzeugt, dass wir den Wert der Gemeinschaft wieder stärker betonen müssen. Die Kirchen können und sollten hier als „Brückenbauer“ einen entscheidenden Beitrag leisten.
Was wollen Sie bewegen?
Mein Ziel ist es, Mut zur Veränderung zu machen. Ich denke, wir befinden uns in einer Phase, in der wir noch echte Handlungsspielräume haben, um die Zukunft unserer Kirche aktiv zu gestalten. Diese Chance dürfen wir nicht ungenutzt verstreichen lassen. Dabei müssen die Interessen von Laien, Hauptberuflichen und Geweihten endlich als gleichwertig anerkannt werden. Ich plädiere für mutige Entscheidungen bei Strukturen und Organisation – auch wenn das bedeutet, Altbewährtes loszulassen und Unsicherheiten auszuhalten. Es ist besser, den Wandel jetzt aktiv und selbstbestimmt zu gestalten, als zu warten, bis uns die Handlungsoptionen ausgehen.
Kirchliches Engagement hat Zukunft, weil...
... wir aus unserem Glauben heraus gerade heute relevante Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit geben können. Diese christliche Stimme in der Welt wird gebraucht – jetzt mehr denn je!