Ausgabe: März-April 2026
KolumneVom Überleben in säkularen Welten
Wir Christen als Sonderausgabe?
Wenn wir von einem Jubiläum erfahren, geht das oft damit einher, dass wir angerührt sind oder dass wir einen besonderen Respekt empfinden. Somit handelt es sich um etwas Besonderes. Und ein 75-jähriges Jubiläum könnten wir gleichsetzen mit 75 Menschenjahren, das ist ein ganzes Lebensalter. Was machen wir damit? Oder besser gefragt: Was haben wir Zeit unseres Lebens eigentlich gemacht? Sind wir angerührt davon – im Positiven oder im Negativen? Haben wir etwas gemacht, was unseren eigenen Respekt verdienen würde, wenn wir uns das rückblickend anschauen? Nun müssen wir nicht erst 75 Lebensjahre abwarten, um solch einen Rückblick zu vollziehen. Warum nicht im Vorausblick prüfen, ob das später hinhauen würde? Als Christen sind wir in besonderer Mission unterwegs. Umso wichtiger ist es, dass wir ein ehrenwertes Leben führen. Eines, das würdig ist, ein Christenleben genannt zu werden. Jeder kann mal vom Kurs abgekommen sein. Nur sollte man sich hier wieder soliden Grund unter den Füßen verschafft haben. Wenn wir in die uns umgebenden Welten blicken, könnte man meinen, dass wir Christen eine Sonderausgabe seien. Ein Auslaufmodell womöglich? Wo sind sie denn, die erkennbaren Christen – in dieser Welt? Draußen auf der Straße, an den Arbeitsplätzen, auf Bergspitzen und in Talmündungen? Wohlbemerkt nicht nur in der Kirchenbank, dort womöglich in der ersten Reihe sitzend. Wie stellen wir das an, in einer immer säkularer geprägten Umgebung unser Christsein zu leben, es eben nicht zu verstecken oder wegzudrücken? Das ist wahre Überlebenskunst. Im Wissen darum, wer uns geschickt hat, wohin wir gehen und mit welcher Mission, sollte es uns leichter fallen. Kennen wir neben unserem Geburtstag auch unseren Glaubensgeburtstag, seit wann wir mit Leib und Seele als Christin oder Christ leben? Das sind besondere Tage, die uns und unserem Leben und unserem Umfeld Richtung schenken. Wir haben Strahlkraft und Substanz, wissen, worauf wir gebaut haben. Das strahlt und färbt ab – im besten Fall. Salz und Licht sein, das ist das Kontrastprogramm zum säkularen Schein, zu Glanz und Gloria dieser Zeiten. Die Welt und ihre Mitstreiter, sie bieten so manches auf, um Menschen zu fangen. Menschenfänger der ungünstigen Art, weil sie ins Verderben führen. Sie reißen uns mit, nehmen uns in ihren Bann, können uns in falsche Abhängigkeiten oder bis in den Abgrund führen. Wir Christen wissen es besser. Wir sind nichts Besseres, doch wir sind besser dran. Als Christen machen wir uns fest an Christus. Ihm folgen wir nach. Mit ihm haben wir Hoffnung, Weisung, Perspektive. Im Evangelium steht, dass wir Menschenfischer sein sollen. Also nicht nach Art und Weise der Welt, sondern nach biblischer Lesart. Wir sollen den Menschen vom Evangelium weitersagen, sie fürs Reich Gottes fischen. Damit könnte man durchaus sagen, dass wir Christen eine Sonderausgabe sind. Wir geben eine besondere Botschaft aus – an die Menschen dieser Welt, die auch wir vermutlich einst einmal gewesen sind. Nahe am Herrn, so überleben wir Christen in der Welt – und können anderen Menschen ebenso einen Überlebensanker zuwerfen. Und wenn ein Mensch zu Jesus Christus gefunden hat, dann hat er einen speziellen Tag, ein besonderes Jubiläum, das ist wunderbar und einer neuen Sonderausgabe wert.